Energieeffizienz-Projekt Modellstadt 25+/Lampertheim startet

Rund 11 Mio. Menschen leben in Deutschland in Städten mit 25.000 bis 50.000 Einwohnern. Würden die Städte Erkenntnisse zu Aufgaben wie Netzausbau, Stadtentwicklung und Investitionsanreizen in Sachen Energieeffizienz haben, würden diese ihnen ihre Aufgaben erheblich erleichtern. Sechs Partner inklusive der Stadt Lampertheim haben nun den Startschuss für das Projekt ›Modellstadt 25+/Lampertheim effizient‹ gegeben, welches hier ansetzen soll.

12. Juli 2012

Ziel ist es, für die Musterstadt Lampertheim exemplarisch innovative Konzepte zur Realisierung von Energieeffizienzpotenzialen in einer kleinen Mittelstadt zu entwickeln.

Lampertheim? – Wo bitte ist Lampertheim? – »In Südhessen«, weiß Alexander Klötzel, Projektentwickler Energieeffizienz bei der Trianel GmbH. »Und bevor ich nach der Verbindung zu Aachen gefragt werde: Wir beteiligen uns, neben den beiden Instituten für Hochspannungstechnik sowie Stadtbauwesen und Stadtverkehr der RWTH Aachen, der EnergyEffizienz, der Energieried und der Stadt Lampertheim an dem Projekt.«

»Kommunalpolitiker – und damit ›Nicht-Energiefachleute‹ stehen oft vor paradoxen Fakten, die sie bewerten sollen«, erläutert Klötzel. »Ein Beispiel: Der Einsatz einer Wärmepumpe steigert den Stromverbrauch, senkt aber den Primärenergieverbrauch. Ist der Einsatz der Wärmepumpe deshalb gut oder nicht?« Oder: Wie soll eine Mittelstadt realistisch bewerten, wie sich Trends in Bereichen wie technischer Fortschritt, Effekte aus Anreizprogrammen und Mitnahmeeffekten beispielsweise im Bereich Photovoltaik auswirken?

Die spezialisierten Fachleute und Entscheider vor Ort, die an dem Modellvorhaben arbeiten, versprechen sich einen Erkenntnisgewinn aus dem jeweils anderen Bereich, der alle Seiten weiter bringt. Die EnergyEffizienz soll als Projektleiter die Integration der Teilergebnisse an den vielfältigen Schnittstellen gewährleisten. Wichtig ist den Projektbeteiligten laut eigener Angabe auch, dass der ortsansässige Energieversorger für Lampertheim ebenfalls in das Projekt einbezogen wird.

Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) im Rahmen des 6. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung im Förderschwerpunkt ›EnEff:Stadt‹ gefördert und vom Projektträger Jülich betreut. Im Modellprojekt für Lampertheim wird es neben Fragen zur Energieeffizienz auch um Themen wie Verkehrsnutzung und -ströme, Energieerzeugung oder Finanzierungsmodelle gehen.