Energieverbrauch privater Haushalte für Wohnen steigt weiter

Die privaten Haushalte in Deutschland haben im Jahr 2016 mit 665 Milliarden Kilowattstunden erneut mehr Energie für Wohnen verbraucht als im Vorjahr. Das zeigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis).

02. März 2018

Demnach war das ein um 1,4 Prozent höherer Verbrauch als 2015 (temperaturbereinigt und ohne Kraftstoffe). Nachdem der Energieverbrauch bis 2014 rückläufig war, stieg er im Jahr 2015 um 1,9 Prozent und nahm damit 2016 im zweiten Jahr in Folge zu.

Der Anstieg ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die Haushalte mit einem Plus von 2,2 Prozent mehr Energie für Raumwärme nutzten, wie Destatis weiter mitteilt. Auf die Raumwärme entfalle mit gut 70 Prozent der größte Anteil der Haushaltsenergie.

Mehr Erdgas und Erneuerbare im Einsatz

Insgesamt verbrauchten die Haushalte laut den Zahlen des Statistischen Bundesamtes vor allem mehr Erdgas (+ 5 %) und erneuerbare Energien (Biomasse, Umweltwärme und Solarthermie: + 6,3 %).

Unter den erneuerbaren Energien hat die Biomasse die größte Bedeutung und verzeichnete 2016 im Vergleich zum Vorjahr den höchsten Zuwachs. Ihr Anteil stieg um sieben Prozent.

Bei anderen Energieträgern (Mineralöl, Strom, Fernwärme und Kohle) ist der Verbrauch dagegen zurückgegangen.

Vergleich mit 2010

Über einen längeren Zeitraum betrachtet, lag der Energieverbrauch der Haushalte 2016 leicht unter dem Niveau von 2010 (- 0,5 %). Seit 2010 hat sich jedoch der Einsatz der genutzten Energieträger sehr unterschiedlich entwickelt.

So verwendeten die Haushalte 2016 weniger Heizöl (- 11,7 %) und weniger Strom (- 7,9 %), dafür aber mehr Gas (+ 5,4 %) und vor allem mehr erneuerbare Energien (+ 18,1 %) als 2010. Im Jahr 2016 betrug ihr Anteil am gesamten Energieverbrauch 13,5 Prozent,  2010 waren es noch 11,3 gewesen.

Für die Raumwärme nutzten die Haushalte 2016 nahezu so viel Energie wie 2010 (- 0,3 %). Der Energieverbrauch pro Quadratmeter Wohnfläche ist in dieser Zeit jedoch deutlich gesunken. Das hätte rechnerisch zu einem Rückgang des Energieverbrauchs für Raumwärme um 3,9 Prozent geführt.

Bevölkerungswachstum und mehr Single-Haushalte

Dieser Rückgang wurde allerdings durch andere Faktoren weitgehend kompensiert, wie Destatis mitteilt: So ist die Bevölkerung um 2,6 % gewachsen, während sich gleichzeitig die Haushaltsgröße verringert hat. Diese Entwicklungen wirkten den Effizienzsteigerungen entgegen und hätten den Heizenergieverbrauch einzeln betrachtet um 2,5 beziehungsweise ein Prozent erhöht.