Energiewende am Kapitalmarkt

Markt

Beteiligungen. Erneuerbare Energien sind für institutionelle Investoren eine Alternative zu traditionellen Anlageformen. Für Beteiligungen an Photovoltaik- und Windkraftanlagen sprechen die ausgereiften Technologien und das große Angebot.

01. März 2016

Die Bedeutung erneuerbarer Energien wächst und wächst. Was bei der Erzeugung bereits seit etlichen Jahren zu beobachten ist, trifft dabei zunehmend auch in einem ganz anderen Bereich zu: So wächst der Anteil der Erneuerbaren nicht allein am Strommix, sondern seit einigen Jahren vielfach auch in der Assetallokation institutioneller Investoren.

Kapital sucht Anlage

Das Interesse von Banken, Pensionskassen, Versicherungen und anderen institutionellen Anlegern am Segment der regenerativen Energien ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Angesichts des seit Jahren belastenden Niedrigzinsumfelds sowie zwischenzeitlich hoher Immobilienbewertungen sind sie gezwungen, auch Investments abseits der klassischen Anlageklassen vermehrt in den Blick zu nehmen, um ihre langfristigen Verbindlichkeiten erfüllen zu können. Neben anderen Infrastruktureinrichtungen rücken hier immer häufiger erneuerbare Energien in den Fokus, die langfristig planbare und stabile Erträge oberhalb des gegenwärtigen Zinsniveaus versprechen.

Zudem bietet das Wachstum des Segments ein immenses Potenzial für Investoren. So sind die weltweiten Investitionen in klimafreundliche Projekte gemäß der Climate-Policy-Initiative 2014 um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 391Mrd.$ gestiegen. Ein überwiegender Anteil stammt dabei aus der Privatwirtschaft, deren Investitionen im gleichen Zeitraum um 26 Prozent gewachsen sind und nun bereits gut 60 Prozent des Gesamtvolumens ausmachen.

Viel Invest in China und Europa

Neben China ist Europa der zweitgrößte Investitionsschwerpunkt. Rund 292Mrd.$ Investitionsvolumen entfielen auf Erneuerbare, der weit überwiegende Teil floss in Photovoltaik- sowie Onshore-Windkraftanlagen. In Deutschland ist die Leistung der Windenergie an Land 2015 um rund 3,5GW auf etwa 42GW gestiegen, wie eine Studie des Bundesverbands Windenergie zeigt.

Damit fiel der Zuwachs zwar geringer aus als 2014 (plus 4,4 GW), markiert aber dennoch das zweitbeste Jahr in der Geschichte der deutschen Windenergie. Photovoltaikanlagen liefern Zahlen des Fraunhofer ISE zufolge eine Nennleistung von etwa 40GW.

Konservatives Rendite-Risiko-Profil

Um den Strombedarf in Deutschland überwiegend oder vollständig aus Erneuerbaren zu decken, müsste sich die Leistung von PV-Anlagen bis 2050 verfünffachen, rechnet das Institut vor. Dieser gewaltige Investitionsbedarf trifft auf eine immer höhere Investitionsnachfrage seitens institutioneller Investoren.

Neben stabilen Cashflows zählt Sicherheit dabei zu den wichtigsten Ansprüchen, die diese an ihre Kapitalanlagen stellen. Generell können insbesondere Solar- und Onshore-Windkraftanlagen die angestrebten konservativen Rendite-Risiko-Profile aufweisen. Obwohl in der Regel als gesonderte Projektgesellschaften strukturiert, haben Investitionen in diese Projekte nichts mehr mit einer klassischen Private-Equity-Transaktion gemein. Die Verwendung erprobter und gleichwohl immer effizienterer Technologien reduziert überdies das Risiko. Das mit einer Investition verbundene Risiko lässt sich von Experten relativ genau einschätzen.

Rahmenbedingungen

Damit ein Investment tatsächlich die geforderte Sicherheit bietet, muss gleichwohl eine Vielzahl von weiteren Parametern stimmen. Naturgemäß spielt dabei neben der Auswahl des geeigneten Investmentvehikels und der Beachtung der jeweiligen regulatorischen Rahmenbedingungen eine fachgerechte Beurteilung des zu erwartenden wirtschaftlichen Projekterfolgs eine Schlüsselrolle.

Hier sind in aller Regel Partner gefragt, die sowohl die Ansprüche und regulatorischen Anforderungen institutioneller Investoren antizipieren als auch ein tiefes operatives Know-How und langjährige Branchenerfahrung in der Projektumsetzung mitbringen.

Re:cap Global Investors hat sich mit ihren Partnern auf die Beratung institutioneller Investoren beim An- und Verkauf sowie auf das Asset Management von Windparks und Solaranlagen spezialisiert.

Erfolgs- und Risikofaktoren

Dabei gilt: Wie jede Immobilie ist auch jede PV- und jede Windkraftanlage einer Vielzahl unterschiedlicher Erfolgs- und Risikofaktoren ausgesetzt, die Investoren im Blick behalten müssen. Ein herausragendes Kriterium zur Beurteilung des künftigen Erfolgs jedes Projekts ist dabei der geografische Standort. Neben den lokalen und meteorologischen Gegebenheiten, die zweifelsohne von wesentlicher Bedeutung sind, zählen dazu auch ein wirksam abgeschlossenes Genehmigungsverfahren, ein vorhandener Netzanschluss sowie belastbare Verträge mit Errichtern, Komponentenlieferanten und Betriebsführern der jeweiligen Anlage.

Alle müssen einschlägige Erfahrungen auf ihrem jeweiligen Gebiet vorweisen können und zudem über jedweden Bonitätszweifel erhaben sein. Hinsichtlich des Betriebs ist zudem ein besonderes Augenmerk auf die Sicherstellung einer kompetenten Wartung ebenso wie auf ein ausreichendes Versicherungskonzept zu legen. Vollwartungsverträge inklusive Verfügbarkeitsgarantien des Herstellers der Windkraftanlagen sowie eine Betriebsunterbrechungsversicherung sollten hier für alle Seiten Standard sein. Denn nur wenn sich sicherstellen lässt, dass eine Anlage die erwartete Energie dauerhaft bereitstellen kann, liefert sie auch den erwarteten Ertrag.

Auf das Wetter kommt es an

Welcher Stromertrag zu erwarten ist, hängt dabei entscheidend von den lokalen Wetterbedingungen ab. Im Fall von Windkraftanlagen greifen Investoren und ihre Asset Manager auf unabhängige Windgutachten zurück, die neben den zu erwartenden lokalen Windgeschwindigkeiten auch den jeweiligen Turbinentyp berücksichtigen. Da sich Wetterverhältnisse nicht vollständig vorhersagen lassen, gilt: Diversifikation bei Standorten und Technologien sind unerlässlich. Schlussendlich trägt auch eine Streuung über die verbaute Technik maßgeblich zur weiteren Risikooptimierung bei.

Fonds für Wind und Solar

Einen einfachen Zugang zur Anlageklasse, der alle genannten Faktoren berücksichtigt, bietet der von Re:cap betreute Spezialfonds FP Lux Investments S.A. SICAV-SIF mit seinen Teilfonds Wind und Solar.

Sie halten jeweils diversifizierte, ausgewogene Portfolien mit Anlagen aus Deutschland und Europa. Re:cap unterstützt beim An- und Verkauf von Erneuerbare-Energien-Projekten. Sofern Stadtwerke oder Versorger sich strategisch neu ausrichten möchten, sind Co-Investments mit Re:cap in Solar- oder Windkraftprojekte möglich.

Thomas Seibel (Re:cap)

Erschienen in Ausgabe: 02/2016