Energiewende in Zahlen

Immer mehr Strom in Deutschland stammt aus erneuerbaren Energien. Gaskraftwerke gleichen wetterbedingte Schwankungen in der Stromerzeugung aus und gewährleisten die Versorgungssicherheit. Das geht aus dem Monitoringbericht der Bundesnetzagentur hervor.

12. Dezember 2017

„Das Jahr 2016 zeigt erneut, dass die Stromerzeugung in Deutschland ständigen Veränderungen unterliegt“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „2016 war ein windarmes Jahr, deswegen stieg die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien nur leicht an.

 

Dagegen wurde nach seinen Angaben erstmals seit Jahren wieder mehr Strom aus Erdgas produziert, die Menge stieg um rund 37 Prozent, heißt es.

 

Stromerzeugungskapazität 212 Gigawatt

 

Die in Deutschland installierte Erzeugungskapazität stieg auf 212 GW an (2015: 205 GW, 2014: 196 GW), wovon 104,5 GW den erneuerbaren Energieträgern zuzuordnen sind, so die BNetzA.

 

Die neu eingeführten Ausschreibungen für den Zubau erneuerbarer Kapazitäten werden in Zukunft die Kapazitätsentwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien bestimmen.

 

Insgesamt wurden bislang 13 Ausschreibungsrunden durchgeführt. Alle Ausschreibungen weisen einen erheblichen Kostensenkungstrend auf.

 

In den ersten beiden PV-Ausschreibungsrunden aus dem Jahr 2015 konnten hohe Realisierungsquoten von über 90 Prozent verbucht werden, heißt es.

 

Bei der konventionellen Stromerzeugung hat die Marktkonzentration auf der Anbieterseite weiterhin merklich abgenommen, so die Autoren des Monitoringberichts.

 

Daneben ist die Liquidität der Stromgroßhandelsmärkte auf das höchste Niveau seit Erfassung gestiegen.

 

Die Großhandelspreise sind im Jahr 2016 im Durchschnitt weiter deutlich gesunken.

 

Über den Rückgang der Marktkonzentration hinaus führen einige weitere Faktoren zu rückläufigen Marktmachttendenzen.

 

Insbesondere wird ein bedeutender Anteil der Stromnachfrage mittlerweile mit der Einspeisung durch Erneuerbare Energien gedeckt, bei denen der kumulierte Marktanteil der größten Stromerzeuger erheblich unter jenem im Bereich der konventionellen Stromerzeugung liegt.

 

Zudem wird zukünftig die Stilllegung der noch betriebenen Atomkraftwerke zu Veränderungen in der Marktstruktur führen.

 

Mehr Wettbewerb für Verbraucher

 

„Wie bei der Stromerzeugung gestaltet sich auch die wettbewerbliche Entwicklung auf den Einzelhandelsmärkten weiterhin sehr positiv“, so die BNetzA.

 

Demnach sei der gemeinsame Marktanteil der vier absatzstärksten Anbieter gegenüber dem Vorjahr weiter gesunken, und es könne davon ausgegangen werden, dass auf den bundesweiten Einzelhandelsmärkten für Standardlastkunden und für leistungsgemessene Kunden kein Anbieter mehr marktbeherrschend ist.

 

Auch auf den Einzelhandelsmärkten für Strom werden weitere Veränderungen beobachtet.

 

Die Zahl der Haushaltskunden, die ihren Stromlieferanten gewechselt haben, ist erneut stark gestiegen.

 

"Mit 4,6 Mio. Lieferantenwechseln verzeichnen wir einen neuen Höchstwert", so Jochen Homann. Auch die Anbieterzahl und somit der Wettbewerb auf dem Markt haben sich abermals erhöht.

 

Der Durchschnittspreis für Haushaltkunden lag zum 1. April 2017 bei 29,86 ct/kWh und damit um 0,2 Prozent über dem Vorjahreswert von 29,80 ct/kWh.

 

Es wird erwartet, dass sich durch das Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG) ab 2018 auch bei dem Preisbestandteil Netzentgelte Kostendämpfungen einstellen.

 

Für Gewerbekunden betrug der Preis zum 1. April 2017 durchschnittlich 21,70 ct/kWh gegenüber 21,20 ct/kWh im Vorjahr, für Industriekunden 14,90 ct/kWh gegenüber 14,21 ct/kWh im Vorjahr.

 

Der aktuelle Bericht sowie weitere Informationen sind unter: www.bundesnetzagentur.de/monitoringbericht2017 veröffentlicht.