Energiewende-Index: Stimmung erneut verschlechtert

Die Stimmung der deutschen Wirtschaft gegenüber der Energiewende hat sich laut Deutschem Energiewende-Index im zweiten Quartal 2013 um weitere 1,6 Punkte verschlechtert. Das teilte die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) mit.

25. Juni 2013

Sie erreiche damit einen neuen Tiefststand von 94,2 Punkten auf der Skala von 0 (sehr negativ) bis 200 (sehr positiv). Besonders deutlich sei die Abwärtsentwicklung bei den Energieversorgern, während sich die Stimmung unter den Netzbetreibern gegen den Trend deutlich verbessert habe. Auffällig sei die Verschlechterung der Stimmung im zweiten Quartal in Bezug auf wirtschaftliche Aspekte der Energiewende. So wird die Entwicklung der Beschäftigungssituation deutlich negativer eingeschätzt, die Bereitschaft zu investieren lässt nach, die Sorgen um die Wettbewerbssituation nehmen zu, so die dena.

Die Aussicht auf gesetzliche Maßnahmen zur Beschleunigung des benötigten Infrastrukturausbaus stimme die befragten Netzbetreiber deutlich zuversichtlicher als im Vorquartal (+5,3 Punkte). Seit Beginn der Erhebung des Index vor einem Jahr aber seien insgesamt die Werte für alle Branchen gesunken, einzig bei den Herstellern und Zulieferern ist im mittelfristigen Vergleich ein leichtes Plus zu verzeichnen.

In der aktuellen Umfrage beantworteten die Unternehmen zusätzlich Fragen zur Versorgungssicherheit. Dabei werde deutlich, wie wichtig dieser Faktor für die Wirtschaft ist. 50 % der Unternehmen geben an, dass schon kurze Stromausfälle von weniger als drei Minuten erhebliche wirtschaftliche Folgen für sie hätten. In energieintensiven Branchen liegt der Anteil sogar bei über 70 %. 16 % aller Unternehmen waren in den vergangenen zwölf Monaten von Stromausfällen betroffen. 30 % erwarten, dass dies in den kommenden Monaten häufiger auftreten wird. Nur 43% der Unternehmen fühlen sich ausreichend auf kurzzeitige Unterbrechungen der Stromversorgung vorbereitet, so die dena.

Der Deutsche Energiewende-Index basiert auf einer Umfrage unter Akteuren und Betroffenen der Energiewende in Deutschland aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Er wird quartalsweise von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und dem Prüfungs- und Beratungsunternehmen Ernst & Young GmbH herausgegeben. Im zweiten Quartal 2013 nahmen rund 300 Unternehmen, Städte und Verbände an der Umfrage teil.