Enervie will ihre konventionellen Kraftwerke stilllegen

Die Enervie - Südwestfalen Energie und Wasser AG - hat bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) ihren kompletten konventionellen Kraftwerkspark mit rund 1.300 MW Gesamtleistung zur Stilllegung angemeldet.

01. Oktober 2013

Grund hierfür sei die derzeitige massive Fehlsteuerung der Energiemärkte, die einen wirtschaftlichen Betrieb konventioneller Steinkohle- und Gaskraftwerke nicht zulasse, so Enervie. Das berge erhebliche Risiken: Aufgrund der Insellage des Stromnetzes in Südwestfalen würden die Kraftwerke zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit dringend benötigt.

Die Enervie Gruppe verfügt überwiegend über Steinkohle- sowie Gas- und Dampfturbinenkraftwerke an den Standorten Hagen, Herdecke und Werdohl sowie ein Pumpspeicherkraftwerk in Finnentrop. »Wir sahen uns zu dieser Stilllegungsanzeige gezwungen, da wir aufgrund des starken eigenen Kraftwerksbereichs besonders von der Fehlsteuerung der Energiemärkte betroffen sind. Die erwarteten marktgetriebenen Verluste bei den Kraftwerken summieren sich für Enervie derzeit auf über 30 Millionen Euro pro Jahr - mit steigender Tendenz«, so Ivo Grünhagen, Vorstandssprecher Enervie.

Die Unternehmensgruppe hatte bereits angekündigt, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Dividendenausschüttung für die überwiegend kommunalen Aktionäre aussetzen zu müssen. »Die Stilllegungsanzeige bei der Bundesnetzagentur war unvermeidlich, weil Enervie sich unter den derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingen nicht in der Lage sieht, seine Kraftwerke weiter zu betreiben«, so Erik Höhne, Technischer Vorstand Enervie. »Aktuell sehen wir auch keine Signale, die kurzfristige Abhilfe versprechen - weder im Markt noch ordnungspolitische Ansätze, wie ein geändertes Energiemarktdesign«.