Entwürfe für Netzentwicklungsplan 2024vorgelegt

Die Übertragungsnetzbetreiber haben am 4. November der Bundesnetzagentur die überarbeiteten Entwürfe des Netzentwicklungsplans und des Offshore-Netzentwicklungsplans für das Jahr 2024 vorgelegt. Der Entwurf des Netzentwicklungsplans enthält die Ausbaumaßnahmen des Übertragungsnetzes, die aus Sicht der Übertragungsnetzbetreiber bis zum Jahr 2024 für eine sichere und zuverlässige Stromversorgung notwendig sind.

06. November 2014

Der Entwurf des Offshore-Netzentwicklungsplans weist die aus Sicht der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) bis zum Jahr 2024 notwendigen Anbindungsleitungen für den Abtransport des in den Offshore Windparks erzeugten Stroms aus. Eine verbindliche Entscheidung über den erforderlichen Netzausbau ist damit noch nicht verbunden.

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) wird die überarbeiteten Entwürfe nun prüfen. Sie wird ihre Konsultation des Netzentwicklungsplans für das Jahr 2024 erst beginnen, wenn sie im Zuge der Prüfung eine erste Bewertung insbesondere der geänderten Vorhaben vornehmen konnte. Damit ist nicht vor Februar 2015 zu rechnen.

Die ÜNB hatten die Entwürfe der beiden Netzentwicklungspläne im Zeitraum vom 16. April bis zum 28. Mai 2014 konsultiert und im Rahmen ihrer Konsultation insgesamt rund 26.000 Stellungnahmen erhalten. Dies sind deutlich mehr als in den vergangenen Jahren, was das hohe Interesse der Öffentlichkeit am notwendigen Ausbau des Übertragungsnetzes belegt.

Laut Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), zeigt der zweite Entwurf des Netzentwicklungsplans erneut die Notwendigkeit zum Bau neuer Stromautobahnen. »Damit der Strom vor allem aus dem Norden in die Verbrauchszentren Richtung Süden transportiert werden kann, brauchen wir neue Stromleitungen in Deutschland. Die neuen Planungen zeigen insbesondere, dass die umstrittenen Stromleitungen Südost (von Sachsen-Anhalt bis nach Bayern) und Südlink (Nordsee bis Nähe Heilbronn) gebaut werden sollten, um den erneuerbar erzeugten Strom dorthin zu transportieren, wo in Zukunft Kapazitäten von Kernkraftwerken wegfallen werden. Wir appellieren daher an die politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern, nunmehr Planungssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen und weitere politisch bedingte Verzögerungen zu vermeiden«

Die Neuberechnungen der Übertragungsnetzbetreiber haben laut Müller ergeben, dass auch unter Berücksichtigung der Zielanpassungen durch die EEG-Novelle mehr Windstrom von Nord nach Süden transportiert werden muss. Die Streichung einzelner Maßnahmen zeige die Anpassungsbereitschaft der Übertragungsnetzbetreiber.