Erneuerbare: Export als wichtiges Marktventil

Nach Zahlen der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) bleibt für die Erneuerbaren-Branche der Export trotz und gerade wegen einer wirtschaftlich teilweise schwierigen Lage im Inland eine wichtige Stütze. Die Branche könne dabei auf eine große Breite an Technologien und an Expertise zurückgreifen, die sie kontinuierlich entwickelt und aufgebaut hat.

18. August 2014

So seien bundesweit mehr als 100.000 Arbeitsplätze allein dem Export von Erneuerbaren zuzuschreiben. Im Auslandsgeschäft mit Erneuerbaren-Anlagen und Komponenten erreichte der Anteil der Beschäftigten 2013 demnach 44 %. »Ihre Exportstärke hat sich die Branche der erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren hart erarbeitet«, betont der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), Philipp Vohrer. In Zeiten eines teilweise unsicher und schwieriger gewordenen Umfelds im Inland bieten Exporte für viele Anbieter von Erneuerbare-Energien-Anlagen ein wichtiges Marktventil. Das gilt zum Beispiel für Hersteller von Biogasanlagen. Der Fachverband Biogas geht in einer Prognose davon aus, dass die Exportumsätze der Unternehmen 2014 gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Drittel auf knapp 890 Mio. € klettern. Dieser erhofften Steigerung ist es zuzuschreiben, dass der Umsatz der Hersteller laut den Erwartungen 2014 etwa stabil bleiben soll. Vor allem in EU-Partnerländern trifft Biogastechnologie aus Deutschland auf teilweise starkes Interesse. Im Inland befürchtet der Fachverband Biogas hingegen Umsatzrückgänge im Zuge der neuen gesetzlichen Förderbedingungen, die enge Grenzen für neue Anlagen setzen. Die für 2014 auf 68 % prognostizierte Exportquote könnte demnach 2015 weiter steigen.

Von jeher großen Stellenwert habe der Export für die deutsche Windindustrie, die zum Beispiel bei getriebelosen Turbinen zu den Technologie- und Weltmarktführern gehört. Die Exportquote deutscher Hersteller wird in der Windindustrie auf 67 % beziffert. Andere Voraussetzungen herrschen in der deutschen Solarbranche, die auf ihrem Heimatmarkt in den vergangenen Jahren mit häufig wechselnden politischen Rahmenbedingungen und einer rasanten Absenkung der Einspeisevergütung zu kämpfen hatte. Gleichwohl gibt es nach wie vor starke deutsche Solarfirmen, die unter anderem im Export punkten.