»Erneuerbare können Atomkraft in Deutschland schnell ersetzen«

Bis zum Jahr 2020 können die Erneuerbaren Energien laut dem Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) bereits 47 % der deutschen Stromversorgung sichern. Damit würden sie einen Atomausstieg wie er bis vor kurzem gesetzlich verankert war nicht nur vollständig kompensieren, sondern auch darüber hinaus bezahlbaren und umweltverträglichen Strom liefern.

15. März 2011

Die Versorgungssicherheit sei dabei auch mit hohen Anteilen Erneuerbarer Energien zu keinem Zeitpunkt gefährdet. »Deutschland kann die Nutzung der Atomenergie schnell beenden, ohne dadurch von Stromimporten aus den Nachbarländern abhängig zu werden. Im Gegenteil: Im Jahr 2007 standen beispielsweise bis zu sechs Reaktoren still. Trotzdem hatte Deutschland in dieser Zeit die höchsten Strom-Exportüberschüsse in der Geschichte des Landes«, so BEE-Präsident Dietmar Schütz. »Deshalb könnten mindestens die sieben ältesten Meiler sofort vom Netz gehen, ohne dass es zu Versorgungsengpässen kommt«, so Schütz weiter.

Auch frühere Monitoringberichte des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) sowie die regelmäßigen Prognosen und Berichte der systemverantwortlichen Übertragungsnetzbetreiber hätten bestätigt: Deutschland wäre auch nach einem Atomausstieg immer noch Stromexporteur. »Wenn die Bundesregierung es wirklich ernst meint mit einem beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien, muss sie die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke dauerhaft zurücknehmen und nicht nur für drei Monate«, fordert Schütz. »Sie sind keine Brücke, sondern ein ernsthaftes Hindernis für den notwendigen Umbau unseres Energiesystems«.

Erst kürzlich habe das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) gezeigt, dass Laufzeitverlängerungen die Wettbewerbsfähigkeit der Erneuerbaren gegenüber den fossilen Energien um rund 16 Jahre verzögern.