Erste EU-Emissionsauktion für CAP2

Die European Energy Exchange (EEX) hat am 5. September die erste Primärmarktauktion im Rahmen des neuen CAP2-Vertrages im Auftrag der teilnehmenden 25 EU Mitgliedstaaten durchgeführt. Die Nachfrage war hoch.

06. September 2016

In der Auktion wurden 3.664.000 EU Emissionsberechtigungen (EUA) zu einem Preis von 4,02 €/EUA versteigert. Das gesamte Gebotsvolumen belief sich auf 6.705.000 EUA. Dies bedeutet, dass die Teilnehmer nahezu das Doppelte des festgelegten Volumens nachgefragt haben, teilt die EEX mit.

EUA-Auktionen an drei Tagen die Woche

Im Juli hat die Europäische Kommission einen Vertrag mit der EEX und ihrem Clearinghaus, der European Commodity Clearing (ECC), über den Betrieb der europaweiten Primärmarktemissionsauktionen für weitere fünf Jahre unterzeichnet. Bis zum Ende dieses Jahres soll ein Volumen von 159 Millionen Emissionsberechtigungen im Auftrag von 25 EU Mitgliedstaaten verauktioniert werden.

Die 2016 stattfindenden Versteigerungen von EU-Emissionsberechtigungen (EUA) und EU-Luftverkehrsberechtigungen (EUAA) werden auf der Nachfolgeplattform der gemeinsamen EU-Auktionsplattform (CAP2) in Übereinstimmung mit der EU-Auktionsverordnung durchgeführt, so die Energiebörse weiter.

Die Zeitplanung der Auktionen entspreche den vorherigen transitorischen EU-Auktionen (TCAP): Die für das Jahr 2016 verbleibenden EUA-Auktionen werden an drei Tagen pro Woche – jeweils montags, dienstags und donnerstags – durchgeführt. Das Gebotsfenster am EEX-Spotmarkt sei dabei an jedem Auktionstag von 9:00 bis 11:00 (MEZ) geöffnet.

CAP2 folgt auf TCAP

Die anstehenden Auktionen folgen auf die Auktionen von Emissionsrechten im Rahmen der transitorischen gemeinsamen Auktionsplattform (TCAP). Im September 2012 erhielt die EEX den Zuschlag, die EU-Auktionen übergangsweise durchzuführen, die erste Auktion in diesem Rahmen wurde am 13. November 2012 durchgeführt.

Seit 2012 hat sie ein Volumen von 2.305 Mio. t CO2 in 826 Auktionen versteigert. Insgesamt hat die Börse eigenen Angaben zufolge für die entsprechenden Mitgliedstaaten Erlöse in Höhe von 13,3 Mrd. € für die Durchführung der Auktionen erzielt.

Nachfolgevertrag mit Polen noch nicht abgeschlossen

Neben den europaweiten Auktionen dient die EEX als Emissionsauktionsplattform für Deutschland. In ihrer Funktion als transitorische EU-Auktionsplattform wurde die Energiebörse auch von Polen genutzt. Aufgrund der Nichtbenennung einer eigenen Plattform hat Polen seinen Anteil von Emissionsberechtigungen über diese versteigert. Die Fortführung der polnischen Auktionen unter einem neuen Dienstleistungsvertrag unterliege noch dem Abschluss eines separaten bilateralen Vertrags zwischen der EEX und Polen, so das Unternehmen.

Detaillierte Informationen veröffentlicht die Börse im Auktionskalender unter folgendem Link: https://www.eex.com/de/handel/kalender