Erste Gleichstrom-Verbindung nach Süddeutschland

Amprion und TransnetBW planen mit ›Ultranet‹ gemeinsam die erste deutsche Gleichstrom-Verbindung für das Übertragungsnetz.

27. Mai 2013

Nach dem Abschalten des Kernkraftwerkes Philippsburg im Jahr 2019 soll die 340 km lange Gleichstrom-Verbindung Ultranet den Ausgleich von Stromangebot und -nachfrage zwischen Nord-, West- und Süddeutschland erleichtern. Das Besondere an der Leitung ist die in Deutschland erstmals neu verwendete Technologie: Mit Ultranet werden Wechsel- und Gleichstrom gemeinsam auf einer Freileitung geführt. Ultranet wird den südlichen Teil einer der vier Stromautobahnen bilden und Energie von Nordrhein-Westfalen über Rheinland-Pfalz und Hessen bis nach Baden-Württemberg transportieren.

»Mit Ultranet können wir Energie besonders verlustarm transportieren. Unser Ziel dabei ist, Natur und Mensch so wenig wie möglich zu beanspruchen, und möglichst viel in bestehender Infrastruktur umzusetzen«, erklärt Rainer Joswig, Technischer Geschäftsführer bei TransnetBW. So konnten die beiden Netzbetreiber in einer Vorstudie zeigen, dass durch den Einsatz der neuen Technologie der Raumbedarf für neue Trassen signifikant reduziert werden kann.

Beide Unternehmen planen, den behördlichen Genehmigungsantrag noch 2013 zu stellen. Dies ist formalrechtlich jedoch erst nach Ratifizierung des Bundesbedarfsplangesetzes (BBPlG) möglich. Anschließend sollen die konkreten Realisierungsplanungen unter Ein-beziehung der Öffentlichkeit beginnen.