Erstes Bioenergiedorf in Deutschland eröffnet

In Büsingen am Hochrhein ist ein Bioenergiedorf entstanden. Hier wird zukünftig mit einer Kombination aus Solarthermie und Biomasse geheizt. Es ist das erste Bioenergiedorf in Deutschland.

29. Juli 2013

Die durch Solarthermie und Biomasse erzeugte Wärme ersetzt rund 400.000 l Heizöl im Jahr und senkt den CO2-Ausstoß um etwa 1.200 t. Das Konzept kombiniert Solarthermie mit Biomasse: Im Sommer wird die Wärme vorrangig durch eine Solarthermieanlage erzeugt. In kälteren Monaten unterstützt diese eine Biomasseanlage, deren Kessel im Sommer abgeschaltet werden können. Die verwendete Biomasse stammt, anders als Heizöl, aus der Region.

In Auftrag gegeben wurde das Projekt von solarcomplex, einem Bürgerbeteiligungsunternehmen für erneuerbare Energien, das bereits mehrere Gemeinden ökologisch umgerüstet hat und nun erstmals die besonders effizienten Vakuumröhrenkollektoren von Ritter XL Solar einsetzt. Dabei trifft das Sonnenlicht auf eine spezielle Absorberschicht, die die Wärme auf die Vakuumröhren projiziert. Jede Vakuumröhre funktioniert dabei wie eine Thermoskanne. Die Wärme wird nicht wieder nach außen abgegeben, sondern in fast vollem Umfang genutzt.

Büsingen gehört zum deutschen Hoheitsgebiet, ist jedoch Teil der Schweizer Wirtschaftszone. Deshalb gilt hier das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) nicht. das Unternehmen entschied sich daher für die wirksamste Technologie zur Wärmeerzeugung: Die Vakuumröhrenkollektoren sind bezogen auf den Energieertrag pro Fläche viermal effektiver als die durch EEG - Subventionen im übrigen Deutschland bevorzugten Photovoltaik (PV)-Anlagen zur Stromerzeugung. So reicht schon eine Kollektorfläche von lediglich 1.090 m2 aus, um 107 Haushalte im Sommer mit Wärme zu versorgen.