Es gibt viel zu tun

Karriere

Berufseinstieg - Hochschulabsolventen - und Young Professionals in der Elektro- und Informationstechnik haben exzellente Jobchancen. E-Mobility und Internet der Dinge sei Dank.

02. August 2016

Studenten und Berufseinsteiger können relativ beruhigt in die Zukunft blicken. Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind nach wie vor glänzend. Das ergab eine Umfrage des VDE. Demnach schätzen 92 % der befragten VDE-Mitgliedsunternehmen und Hochschulen die Jobchancen sehr positiv ein. Lediglich 9 % der Unternehmen sagen, dass sie ihren Bedarf an Ingenieuren der Elektro- und Informationstechnik in den nächsten Jahren decken können.

Ingenieure

Neun von zehn befragten Unternehmen und Hochschulen sagen, dass der Trend zu Elektromobilität, Industrie 4.0, Smart Grid und Smart Cities den Bedarf an Fachkräften weiter erhöhen wird und bei sieben von zehn Mitgliedsunternehmen der Anteil an Ingenieuren der Elektro- und Informationstechnik an der Belegschaft in den nächsten Jahren steigen wird, heißt es im Trendreport 2016 des VDE.

»Bisher war das Internet vor allem eine amerikanische Erfolgsstory«, heißt es in dem Bericht. »Doch mit dem schnellen Datenfunk-Standard 5G und dem Wandel zum Internet der Dinge werden die Karten neu gemischt: Deutschland hat die Chance, selbst das Heft in die Hand zu nehmen und mit Anwendungen wie Industrie 4.0, Smart Cities und IT-Sicherheit international zu punkten«, schreiben die Autoren. Der VDE hat dazu seine 1.300 Mitgliedsunternehmen und Hochschulen der Elektro- und Informationstechnik befragt, wo der Standort Deutschland im internationalen Wettbewerb steht und welche Prognosen sich ergeben.

Wettbewerbsfähigkeit

Das Ergebnis: 60 % sind überzeugt, dass das Internet der Dinge (IoT) die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts stärkt. 73 % erwarten diese digitale Transformation in einem volkswirtschaftlich bedeutenden Umfang bis spätestens 2025. 79 % warnen aber auch.

Deutschland muss aufpassen, dass es angesichts der US-Dominanz bei der technischen Software und bei Internet-Plattformen im Innovationswettlauf nicht zurückfällt, warnt der VDE. Zwar meint fast jeder Zweite, dass Deutschland bei IoT gut aufgestellt ist. Als Vorreiter werden aber momentan noch die USA, Südkorea und Japan angesehen. Die mit Abstand größten Barrieren für die Realisierung von IoT in Deutschland bestehen für die Mehrheit der Befragten in Fragen der IT-Sicherheit und der IKT-Infrastruktur.

Vor diesem Hintergrund fordert die Hälfte der Befragten, dass die schnelle Entwicklung und Nutzung des Kommunikationsstandards 5G stärker unterstützt werden muss.

Safety first

Rund drei Viertel halten IT-Sicherheit für ein technologie- und forschungspolitisches Thema mit höchster Priorität. Die entscheidenden Standorttrends liegen laut VDE-Trendreport in der Energiewende, Industrie 4.0 und den dafür erforderlichen Technologien.

Zwei Drittel der Befragten sind überzeugt, dass das Thema Energieeffizienz die größten Potenziale für den Standort Deutschland eröffnet und von der Automatisierungstechnik die stärksten Impulse ausgehen.

In jedem Fall bleiben die Unternehmen der Elektro- und IT-Branche investitionsfreudig.

30 % der Befragten gaben an, dass die F&E-Ausgaben ihrer Unternehmen 2016 steigen werden. 63 % erwarten gleich bleibende Investitionsausgaben.

Speicher und mehr

Hightech-Potentials sind laut Trendreport Energieeffizienz, Elektromobilität und Batterie- und Speichertechnologien. Zudem Smart Grid und Industrie 4.0.

Ein Drittel der Befragten sieht besonders große Chancen bei Smart Traffic beziehungsweise Verkehrssteuerung, Autonomes Fahren, IT-Sicherheit und Internet der Dinge. Wichtige Impulse für den Standort gehen von der Elektro- und Informationstechnik aus, insbesondere von der Automatisierungstechnik, Mikroelektronik, Mikrosystemtechnik und dem 5G-Mobilfunk.

Was braucht der Markt?

Die größte Nachfrage nach Ingenieuren der Elektro- und Informationstechnik besteht laut Umfrage in den Bereichen Planung, Projektierung und Engineering, Forschung und Entwicklung sowie IT und Software.

Im Qualitätsmanagement und Testing sieht jeder Dritte, in den Bereichen Vertrieb, Marketing, Produktion und Montage sowie Beratung jeder Vierte; bei Data Science und Analytics sieht jeder Fünfte der Befragung einen großen Bedarf. 35 % glauben, dass das Internet der Dinge einen eher sprunghaften als evolutionären Paradigmenwechsel des Internets mit sich bringt. »Neue Geschäftsmodelle und neue Produkte und Systeme sind für die Befragten die Hauptvorteile des IoT«, heißt es im Trendreport.

Maschinen und Services

In Effizienzsteigerungen und der engen Vernetzung von Unternehmen und Kunden sieht fast jeder Zweite wichtige Pluspunkte. Bessere Ressourcennutzung nennt jeder Dritte, erhöhte Transparenz und Kostenreduktion sowie eine höhere Lebensqualität jeder Fünfte als Vorteil. Am stärksten profitieren werden vom Internet der Dinge laut VDE-Trendreport der Maschinen- und Anlagenbau, gefolgt von den Dienstleistungssektoren und der Logistik.

Etwa jeder Dritte prognostiziert einen deutlichen Mehrwert für die Medizintechnik, Elektroindustrie sowie die IKT-Branche. Dass das Internet der Dinge und Industrie 4.0 zusätzliche Arbeitsplätze in Deutschland schaffen, glaubt ein Drittel der Befragten.

Erschienen in Ausgabe: 06/2016