Für verschiedenste Aufgabenstellungen in den genannten Anwendungsbereichen setzen die Stadtwerke Rhede seit 2013 SAE-Technik ein. Man nutzt verschiedene LWL- und Kupfer-Ringe, um die im gesamten Stadtgebiet verteilten Fernwirkstationen anzubinden.

Bisher wurden drei LWL-Ringe, zwei Kupferringe und zwei gemischte Ringe, die zu gleichen Teilen aus Kupfer und LWL bestehen, aufgebaut. Pro Ring werden bis zu 25 Stationen angeschlossen und zusätzlich per SNMP (Simple Network Management Protocol) überwacht.

Neben der kontinuierlichen Kontrolle der Komponenten des LWL-Rings liegt der Vorteil im Aufbau selbst: Wird eine Station durch eine Störung der Leitung nicht versorgt, kann diese von der anderen Seite aus angesteuert werden.

Ortsnetzautomatisierung

Die Stadtwerke Rhede nutzen die Ringe unter anderem für die Ortsnetzautomatisierung, Überwachung und Steuerung der Straßenbeleuchtung, Steuerung des Wasserwerks und der Gasübergabestationen.

Biogas- und EEG-Anlagen sind per Lucom-Modems über GPRS beziehungsweise LTE direkt an die Netzleitstelle angebunden. Für diese Anwendungen wird die kompakte Fernwirkstation Net-line FW-5 genutzt.

Pro Ring werden bis zu 25 Stationen angeschlossen.

— Matthias Schäfer SAE IT

In den Schalthäusern selbst ist für die fernwirktechnische Ausstattung das modulare Net-line-FW-50-Fernwirksystem verbaut. Der Einbau sowie die Parametrierung in Set IT werden von den Mitarbeitern der Stadtwerke selbst durchgeführt, zum Teil mit Unterstützung der SAE-Projektierungsabteilung.

Leitsystem

Alle Informationen werden an das Leitsystem Control Star von Kisters übertragen. Dieses wiederum kommuniziert über das IEC-60870–5–104-Protokoll mit der per Flex-DSL-Modems angebundenen Fernwirktechnik.

Die Fernwirkunterstationen kommunizieren dann per Modbus RTU mit den angeschlossenen Kurz- und Erdschlussanzeigern Com-Pass B der Firma Horstmann sowie mit den Netzanalysesystemen des Typs UMG96 von Janitza. Der Com-Pass B misst die Wirk- und Blindleistung und erkennt die Kurz- und Erdschlussrichtung. Das UMG96 dient der Überwachung der Netzqualität. Die Daten ermöglichen ein gezieltes Netz-Monitoring, das sowohl im Hinblick auf die Versorgungssicherheit, Einsparpotenziale bei der Netzausbauplanung als auch für die Identifikation von Überlastungen im Netz von enormer Wichtigkeit ist.

In den Schalthäusern werden darüber hinaus noch Informationen aus Schutzgeräten per IEC 60870–5–103 aufgenommen. Bei Gasübergabestationen und in Wasserwerken sind die vorhandenen SPS per Modbus oder 3964R an die Fernwirktechnik angebunden.

Sicherheit im Ring

Durch die redundanten Kommunikationswege der LWL- beziehungsweise Kupferringe sowie redundante Koppelrechner von Kisters wird die Wahrscheinlichkeit für einen Kommunikationsausfall auf ein Minimum reduziert.

Die Verwendung gesicherter https-Protokolle und die VPN-Verschlüsselung über einen eigenen APN beim Provider bieten einen hohen Grad an IT-Sicherheit für die angeschlossenen EEG-Stationen. Zusätzlich werden die verbauten Flex-DSL-Netzwerkkomponenten über das SNMP-Protokoll überwacht. »Neben der zuverlässigen SAE-Technik schätzen wir vor allem die umfassende Betreuung und reibungslose Kommunikation«, sagt Christian Möllmann von den Stadtwerken Rhede. Matthias Schuster, SAE IT