Es werde Licht

Die kleine private Sonne für zu Hause - wäre das nicht etwas? Gerade jetzt im trüben November kommt man ins Träumen. 1905 wollte der Gründer von Norsk Hydro, Samuel Eyde einem engen Tal inNorwegen mit Sonnenspiegeln das Licht wiedergeben. Über hundert Jahre später wurde sein Traum wahr.

12. November 2013

Rjukan liegt in einem engen Tal, keine Sonne erreicht den Ort im Winterhalbjahr. Die Berge schirmen das Sonnenlicht ab und bescheren den Bewohnern dunkle Tage. Ein hartes Los - ständig im Schatten, keine Wärme, keine Strahlen die die Häuser vergolden und alles in einem anderen Licht erscheinen lassen. Aber das war einmal - seit November reflektieren drei sich überlagernde Spiegel von je 17m² Größe oberhalb der Stadt das Sonnenlicht und werfen es auf eine Fläche von 200 bis 250m2 des Marktplatzes von Rjukan.

Was für ein Glück für die Bewohner der Stadt. Was sie mit diesem mehr an Sonne alles anstellen könnten: Morgendliche Treffen zur Sonnenmeditation - bitte die Sonnencreme nicht vergessen. Oder auf einem Solarkocher Spiegeleier brutzeln. Lichtinstallationen als touristische Attraktion. Etagenförmige Sonnenterassen mit tausenden von Liegestühlen. Farbige PV-Module in die Gebäude integriert und mit Speichereinheiten verbunden - so dass auch nachts das Licht nie mehr ausgehen muss. Und da 250m2 natürlich nur begrenzt Raum lassen für all diese Möglichkeiten, könnte die Stadt dann Gutscheine für die Aufladung seiner Bewohner mit neuen Glückshormonen verkaufen. Sozusagen Sonne aus der Konservendose. Das wäre doch ein lichtreiches Geschenk unter dem Weihnachtsbaum... Doch eigentlich wollte die Stadt ja nur eines: Mehr Licht für die Bewohner. Und das reicht ja auch vollkommen aus.