Essen feiert Spatenstich für Supraleiterkabel

Die Stadt Essen hat den Spatenstich zur Legung des bisher längsten Supraleiterkabels in der Innenstadt gefeiert. Es soll Ende des Jahres das 110-kV-Kupferkabel im von RWE betriebenen Verteilnetz ersetzen.

10. April 2013

»Wir freuen uns sehr, Schauplatz einer weltweiten Premiere zu sein. Die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt können sehr stolz darauf sein, dass wir hier mit AmpaCity Maßstäbe für die Zukunft setzen«, so Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß. Auch für Dr. Arndt Neuhaus, Vorstandsvorsitzender der RWE Deutschland AG, hat das Projekt herausragende Bedeutung: »Die Supraleitung kann für die Stromversorgung von Ballungsräumen, in denen Raum ein hohes Gut ist, zur zukunftsweisenden Technologie werden. Wir freuen uns, dass wir einen erheblichen Teil dazu beitragen, dass diese Zukunft hier in Essen anfängt.«

Der Prototyp wurde im Hochspannungslabor des Nexans-Werks Hannover erfolgreich getestet und wird derzeit gefertigt. Seine Eignung bewies er unter anderem bei einer Blitzstoßspannungsprüfung mit etwa siebenfacher Nennspannung sowie Dauerbelastung bei dreifacher Betriebsspannung. Im Rahmen der Tests wurden auch die zum System gehörige Verbindungsmuffe und die speziell entwickelten, besonders kompakten Kabelendverschlüsse getestet. Die Endverschlüsse dienen dazu, den Übergang vom tiefkalten Supraleitersystem auf das konventionelle Kupfernetz herzustellen.

Supraleiterkabel sind eine Lösung, um den Ausbau städtischer Netze mit Hochspannungskabeln zu vermeiden und die ressourcen- sowie flächenintensiven Umspannstationen zurückzubauen. Die technische Überlegenheit des Supraleiterkabelsystems resultiert aus der Materialeigenschaft des Leitermaterials. Es wird bei einer Temperatur von circa -200 °C zu einem quasi idealen elektrischen Leiter, der mindestens 100mal mehr Strom transportieren kann als Kupfer.