Ethernet im Windpark

Daten- und Sprachübertragung bei Windkraftanlagen über ein Netz
18. Dezember 2001

Ethernet, seit langem im Office-Bereich etabliert, konnte mittlerweile seine Vorteile auch im industriellen Einsatz beweisen, zum Beispiel bei der Vernetzung von Windkraftanlagen. Im norddeutschen Windpark Emlichheim (Süd) in der Nähe der niederländischen Grenze wurden elf Windkraftanlagen über einen Fast-Ethernet-Backbone vernetzt, um eine lückenlose Überwachung und optimale, bedarfsgerechte Steuerung der Windkraftanlagen zu gewährleisten.

Die Übertragungsrate beträgt 100 Mbit/s. Damit sind auch Echtzeitübertragungen kein Problem, etwa zwischen der Netzübergabestation und den Steuerungen der Windkraftanlagen, um den cos φ ausregeln zu können. Auch die komplette Telefonie wird über die gleichen Lichtwellenleiter wie der Datenverkehr abgewickelt. Zusätzliche Kupferkabel müssen somit nicht mehr verlegt werden. Gleichzeitig werden auch Daten der einzelnen Anlagen und Messsysteme über Modem ins gleiche Netzwerk übertragen und zur zentralen Leitwarte sowie zur Servicestation beim Hersteller übertragen.

Verlegt wurden die Lichtwellenleiter zwischen den einzelnen Windkraftanlagen in einer Baumstruktur. Logisch bilden vier der acht Multi-Mode-Lichtwellenleiter einen Ring, um die geforderte Redundanz zu gewährleisten. Die eingesetzten Ethernet-Switches schalten bei Leitungs- oder Komponentenausfall in weniger als 300 ms ohne Datenverlust auf die redundante Verbindung um. Das Netz ist damit ausfallsicher; Komponententausch und gegebenenfalls auch Netzerweiterungen sind im laufenden Betrieb möglich.

Der Windpark wurde von Enron-Wind GmbH in Zusammenarbeit mit Siemens realisiert, die Netzwerkkomponenten stammen aus dem Hause Hirschmann. Geplant hat das Netzwerk die Firma Yello, die sich als Dienstleister für professionelle Netzwerklösungen im Office- und Industriebereich einen Namen gemacht hat.

Erschienen in Ausgabe: 04/2001