EU: Höhere Klimaziele im Visier

45 statt bisher 40 Prozent weniger Treibhausgase im Vergleich zu 1990: Die EU-Kommission will die Klimaziele der EU für 2030 erhöhen. Medienberichten zufolge möchte EU-Kommissar Miguel Arias Cañete im Oktober einen offiziellen Beschluss der Mitgliedsstaaten erreichen.

21. August 2018

Das nachgeschärfte EU-Klimaziel solle ein Signal an die Partner in den Vereinten Nationen sein, mehr gegen die globale Erwärmung zu tun, heißt es in den Medien weiter.

„Auf Grundlage unserer Rechenmodelle würden wir de facto eine Reduzierung der Treibhausgase um 45 Prozent in der EU erreichen“, so Cañete. „In jedem Fall ist die EU in einer starken Position, sich an der politischen Diskussion über ehrgeizigere Ziele bei der anstehenden Weltklimakonferenz in Kattowitz zu beteiligen.“

Im Dezember verhandeln die Nationen in der polnischen Stadt über die Regeln zur Umsetzung des Pariser Abkommens.

Reaktion des BDI

"Schärfere EU-Klimaziele bringen nichts", so  Holger Lösch, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer, als Reaktion auf der Vorschlag der EU-Kommission. 

"Alleingänge der EU lehnen wir ab. Statt über immer ambitioniertere Ziele zu reden, muss es jetzt unbedingt um die Instrumente gehen, mit denen sich die bestehenden Ziele überhaupt erreichen lassen. Die Bürger Europas und die Wirtschaft brauchen Klarheit, wie die existierenden anspruchsvollen Ziele kosteneffizient zu erreichen sind."

Wirksamer und bezahlbarer Klimaschutz gelinge nur durch ernstgemeinte internationale Kooperation, so Lösch.

Energiespektrum berichtete Anfang des Jahres hier in der Ausgabe 02/2018 über den Fortschritt im Bereich Erneuerbare, Energieeffizienz und Klimaschutz in Deutschland und der EU. Unter anderem hatte das Europäische Parlament Mitte Januar die Parlamentspositionen zur Erneuerbare-Energien- und zur Energieeffizienz-Richtlinie sowie zur Governance-Verordnung festgelegt.

Im Frühsommer sind die ursprünglich gepanten Ziele bei Erneuerbaren und Energieeffizienz im Konsens von Kommission, Europaparlament und Mitgliedsstaaten erhöht worden. Die Energieeffizienz soll bis 2030 statt um 30 um 32,5 Prozent steigen. Der Anteil von Ökoenergie am gesamten Bedarf soll sich auf 32 statt auf 27 Prozent erhöhen.