EU-Strategie zu Weiterentwicklung der Erneuerbaren nach 2020

Die Europäische Kommission hat die Mitteilung zur Weiterentwicklung der Erneuerbaren Energien in der Europäischen Union veröffentlicht, in der sie sich zur Rolle der erneuerbaren Energien für die Zeit nach 2020 äußert. VKU, BDEW und BEE sehen einzelne Punkte kritisch.

06. Juni 2012

»Der nachhaltige Umbau der Energieversorgung und der damit verbundene Ausbau der erneuerbaren Energien erfordert langfristig stabile und berechenbare Rahmenbedingungen. Daher begrüßen wir die frühzeitige Initiative der Europäischen Kommission im Grundsatz, sehen aber die EU-Vorschläge hin zu mehr zentralen Großprojekten kritisch«, so Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU).

Der zunehmende Ausbau der erneuerbaren Energien lässt sich in das bisherige Energiemarktmodell nicht mehr ohne weiteres integrieren, so der VKU weiter. Die Europäische Kommission beschränke sich in ihrem Ansatz auf die Marktintegration erneuerbarer Energien. Nach der Ansicht des Verbandes ist aber die Entwicklung eines neuen, zukunftsfähigen Energiemarktdesigns notwendig. »Angesichts des sehr frühen Stadiums der Diskussion müssen alle Optionen, auch Kapazitätsmärkte, ergebnisoffen geprüft werden. Die Energieversorgung der Gesellschaft muss jederzeit gesichert sein, wozu auch Kapazitätsmarktmechanismen beitragen können«, so der VKU-Hauptgeschäftsführer.

»Die Europäische Kommission setzt in ihrer heute veröffentlichten Mitteilung wichtige Akzente für einen erfolgreichen europaweiten Ausbau der Erneuerbaren Energien - allerdings ohne konkrete Lösungsvorschläge für die benannten Problemfelder aufzuzeigen«, sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

»Wir unterstützen die Kommission insbesondere darin, für mehr Effizienz und Konvergenz der Fördermechanismen für Erneuerbare Energien in Europa zu sorgen.« Langfristig sei eine europaweite Anpassung der Fördersysteme für Erneuerbare Energien notwendig. »Das Ziel muss sein: Weg von der spezifischen Förderung einzelner Technologien, hin zur kosteneffizienten Erschließung der Potenziale an sinnvollen Standorten.«

Der Bundesverband der Erneuerbaren Energien (BEE) widerspricht der Schlussfolgerung der Kommission, auf Förderinstrumente wie das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz könne bereits in naher Zukunft verzichtet werden. Es gebe noch immer keinen funktionierenden EU-Energiebinnenmarkt und die wahren Kosten der konventionellen Energieträger seien auch weiterhin nicht Bestandteil des Strompreises sind.Der BEE kritisiert zudem, dass die EU-Kommission den Wärme- und Verkehrssektor erneut massiv vernachlässigt.