Europaweit erste organische PV-Anlage in Betrieb

Die europaweit erste Anlage zur Stromerzeugung aus organischer Photovoltaik (OPV) hat auf dem Gelände der Mainova-Konzernzentrale in Frankfurt ihren Betrieb aufgenommen. Die Technologie gilt als zukunftsweisend für die Erschließung erneuerbarer Energien, da sie umweltfreundlich und kostengünstig herzustellen und flexibel einsetzbar ist, so der Energieversorger weiter.

12. Oktober 2012

Die Pilotanlage besteht aus neun mit transparenter Kunststofffolie bespannten rechteckigen Modulen. Der produzierte Strom aus Sonnenenergie wird von hier aus direkt ins Netz eingespeist.

Die Konstruktion wurde von dem auf Leichtbau-Photovoltaik spezialisierten Stuttgarter Projektentwickler Solartension entwickelt, der hierzu die OPV Module Power Plastic verwendete.

Jürgen Wünsch, Geschäftsführer von Solartension: »Besonders der Aspekt der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten wird durch unser entwickeltes Solarsystem gestärkt. Die mit der Mainova Realität gewordene Leichtbau-Seilkonstruktion ist weltweit die erste angeschlossene Anlage, die nur einen von vielen Anwendungsfällen darstellt.«

Die transparenten Kunststofffolien, sogenannte organische Halbleiter, erzeugen schon bei diffusem oder künstlichem Licht Strom. Die Einsatzmöglichkeiten der Plastiksolarzellen sind im Gegensatz zu den herkömmlichen, starren Photovoltaik-Modulen vielfältig.

So lassen sich die flexiblen Folien großflächig an Fassaden anbringen oder in Fensterglas integrieren. Aber auch als Hülle für Mobiltelefone sind sie denkbar, so der Energieversorger.

Mainova-Technik-Vorstand Peter Birkner: »Die organische Photovoltaik eröffnet der Technologie ganz neue Dimensionen. Die dünnen Kunststofffolien sind großflächig und flexibel einsetzbar und können unauffällig ins Stadtbild integriert werden. Zudem sinkt die Abhängigkeit von teuren Rohstoffen, da der Kunststoff im Gegensatz zu Silizium nahezu unbegrenzt verfügbar ist.«