EVO erhöht Jahresüberschuss

Die Energieversorgung Offenbach (EVO) will in den nächsten beiden Jahren rund 25 Mio. € in die Erneuerung des Müllheizkraftwerks in Offenbach investieren. Es soll eine neue Rauchgasreinigungsanlage installiert werden, um den Energiebedarf der Anlage zu minimieren und zusätzliche Wärme zu erzeugen.

08. Dezember 2014

Hinzu kommt eine hocheffiziente, 19 MW starke Dampfturbine, so dass sich die Stromabgabe in das Netz von aktuell 40.000 MW/a auf 90.000 MW/a mehr als verdoppeln wird. Der Aufsichtsrat hat das Großprojekt, dessen Umsetzung im April 2015 beginnen und bis Oktober 2016 andauert, bereits genehmigt.

»Wir betrachten das Vorhaben als Meilenstein unseres Engagements bei den erneuerbaren Energien«, sagte die Vorstandschefin vor Journalisten bei der jüngsten Bilanzpressekonferenz. Weil die Anlage mehr Energie im Kraft-Wärme-Kopplungsverfahren (KWK) erzeugt, sinkt der Ausstoß an Treibhausgasen rein rechnerisch um 14.000 t/a.

Inzwischen liegt der Anteil der Erneuerbaren an der eigenen Stromerzeugung bei mehr als 50 %, so die EVO-Vorstandsvorsitzende Heike Heim. »Damit haben wir die Ziele der Bundesregierung zur Energiewende bereits mehr als erfüllt.« Die Quote soll in den nächsten beiden Jahren auf rund 56 % erhöht werden, so Heim. Zugleich kann die EVO dank des Kraftwerkprojekts ihre selbst erzeugte Strommenge bis zum Geschäftsjahr 2016/2017 um insgesamt 17 % auf rund 520.000 MWh pro Jahr steigern.

Der Jahresüberschuss der EVO-Gruppe liegt mit 16,9 Mio. € über dem Ergebnis des Vorjahres von 11,6 Mio. €. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) beträgt 31,5 Mio. € und liegt damit um 5,4 Mio. € höher als im Vorjahr. Heim zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis: »Wir haben trotz schwieriger Marktbedingungen bei unserem Jahresüberschuss die Planzahlen übertroffen.«

Gleichwohl wies Heim darauf hin, dass ein Teil der Erlöse aus Einmaleffekten stammten, mit denen im nächsten Jahr nicht gerechnet werden könne. Als Beispiele nannte sie die Rückerstattung bereits gezahlter EEG-Umlagen und der Stromsteuer aus den Vorjahren.

Der Geschäftsverlauf zwischen Oktober 2013 und September 2014 war neben den weiter gesunkenen Margen in der Stromerzeugung vor allem durch die milde Witterung des vergangenen Winters geprägt. Das hat beim Umsatz zu den erwarteten Einbußen beim Absatz von Fernwärme und Erdgas geführt: Die Umsatzerlöse reduzierten sich in der Gruppe um 49,8 Mio. € auf 410 Mio. €. Die Bilanzsumme in der Gruppe stieg um 6,1 % oder 39 Mio. € auf 639,6 Mio. €. »Für das nächste Geschäftsjahr erwarten wir eine stabile Entwicklung beim Umsatz sowie ein leicht steigendes EBIT«, sagte Heim.

Die EVO hatte bereits seit Anfang 2013 auf die perspektivisch sinkenden Erlöse in ihrem Stammgeschäft hingewiesen und frühzeitig gegengesteuert. Geringere Einnahmen aus dem Geschäft mit Strom, Fernwärme oder Erdgas sowie sinkende Abfallpreise will die EVO mehr und mehr durch Wachstum in regenerativen Energien wie etwa der Windkraft sowie dem Ausbau des Entsorgungsgeschäfts kompensieren.

Mittlerweile betreibt die EVO gemeinsam mit der ›Juwi‹-Gruppe 38 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 95 MW in Hessen und Rheinland-Pfalz. Die damit verbundene Reduzierung an Treibhausgasen beträgt mehr als 200.000 t im Jahr. Der vierte Windpark der EVO ist im vergangenen Sommer offiziell eröffnet worden. Weitere Projekte sind laut EVO in Planung – unter anderem an mehreren Standorten im Main-Kinzig-Kreis.