EWE schlägt Reformen für neuen Energiemarkt vor

Am Rande des BDEW-Kongresses in Berlin hat der Vorstandsvorsitzende der EWE AG, Dr. Werner Brinker, Vorschläge für eine Reform des Energiemarktes formuliert.

14. Juni 2013

Brinker plädiert für mehr Spielraum zur besseren Netzauslastung, eine gerechtere Verteilung der Kosten, eine klare Verpflichtung zur Direktvermarktung von erneuerbarem Strom und für technikneutrale Kapazitätsmechanismen. So könne die Energiewende kostengünstiger werden.

»Wir könnten einen großen Teil des Netzausbaus vermeiden, wenn Netzbetreiber in kritischen Situationen fünf Prozent der Jahreseinspeisung von EEG-Anlagen ferngesteuert reduzieren dürften«, erläutert Brinker. Nach Berechnungen von EWE ließe sich an den Netzanschlüssen auf diese Weise fast doppelt so viel Leistung vorhalten. Für die letzten 5% des Stroms aus erneuerbaren Energien solle daher ein intelligentes Erzeugungsmanagement ermöglicht werden – ohne Verpflichtung zum Netzausbau.

Die Kosten für den notwendigen Netzausbau sollen ausgewogener verteilt werden: »Die meisten Investitionen ins Netz sind notwendig für Kunden, die sowohl Energie beziehen, als auch ihre dezentral erzeugte Energie einspeisen. Deshalb ist es nicht angemessen, diese Investitionskosten lediglich auf den Verbrauch umzulegen«, stellte Brinker klar, »vielmehr müssten auch dezentrale Stromerzeuger über einen Grundpreis angemessen an der Netzfinanzierung beteiligt werden«.

Feste Einspeisevergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien, wie sie das EEG vorsieht, müssten auf lange Sicht abgeschafft werden: »Betreiber von Neuanlagen sollten dazu verpflichtet werden, ihren Strom direkt über die Börse zu vermarkten«, forderte Brinker.

Regelungen zu Kapazitätsmechanismen müssten technikneutral sein und sowohl für bestehende, als auch neue konventionelle Kraftwerke gelten. Besonders berücksichtigt werden sollten dabei jedoch flexibel steuerbare Anlagen, da »ihnen für den Ausgleich der schwankenden Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien eine besondere Bedeutung zukommt«.