Fachverband Biogas eröffnet Hauptstadtbüro

Dramatische Diskrepanz zwischen Einsatzstoffkosten und Stromvergütung.

27. September 2007

Der Fachverband Biogas hat sein Hauptstadtbüro in Berlin eröffnet. Damit will der Branchenverband ab sofort mit allen politischen Entscheidungsträgern noch direkter im Kontakt als bislang stehen. Dennoch gäbe es laut dem Präsidenten des Fachverbandes Josef Pellmeyer keinen Grund zu feiern: »Die gesamte deutsche Biogasbranche steckt in der schwersten Krise seit ihrem Bestehen. Angesichts der drastisch gestiegenen Preise für Energiepflanzen zum Einsatz in Biogasanlagen, können diese nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden«, so Pellmeyer. Viele Anlagen würden in den nächsten Monaten in die Insolvenz laufen, wenn nicht schnell durch eine Änderung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die dramatische Diskrepanz zwischen Einsatzstoffkosten und Stromvergütung aufgehoben werde.

Noch zugespitzter sei die Situation bei vielen Hersteller- und Zulieferfirmen für Biogasanlagen, so Pellmeyer. Hier sei der Markt für landwirtschaftliche Anlagen im Jahr 2007 fast vollständig zusammengebrochen, weil unter den derzeitigen Bedingungen kein Landwirt mehr in Biogas investiere. Erste insolvente Firmen gebe es bereits, andere hätten schon einen Teil der Mitarbeiter entlassen. Präsident Pellmeyer machte klar, dass die Bonusvergütung für den Einsatz von Nachwachsenden Rohstoffen schnell an die neue Marktsituation bei Agrarrohstoffen angepasst werden müsse, wenn die Politik weiterhin auf Biogas als erneuerbaren und multifunktionalen Energieträger setzen wolle.