Favoritenrolle

Ready-to-Work-Template der RWE kommt von Orga

Die Konzentration in der deutschen Energiewirtschaft wirkt sich auch auf die IT-Landschaft aus: SAP hält mittlerweile selbst in mittleren EVU Einzug. Doch die Einführung von R/3 und IS-U kann diese Unternehmen schnell überfordern. Vorkonfigurierte Templates sind ein Ausweg. Deshalb bietet die RWE Systems AG seit kurzem eine „RtW Ready to Work“ genannten Komplettlösung an. Basis ist das SAP-Template aus dem aktuellen Favorit3.1 der ORGA GmbH.

11. Februar 2003

Mit „RtW Ready to Work“ hat die RWE Systems Applications GmbH - eine 100-%-Tochter der RWE Systems AG - ein modular aufgebautes Angebot für Stadtwerke und regionale Versorgungsunternehmen entwickelt. Grundlage ist das so genannte RtW-Template. Hierbei sind die Geschäftsprozesse im R/3 (Classic-Module) und IS-U voreingestellt; Daten, Formulare und Berichte sind schon vorkonfiguriert. Darauf aufbauend erhalten die RtW-Kunden - sofern gewünscht - von RWE Systems Unterstützung bei der Einführung und Inbetriebnahme der IT-Systeme oder können individuelle Anpassungen durchführen lassen. Mit dem letzteren, RtW-Individual genannten, Modul werden unternehmensspezifische Besonderheiten berücksichtigt, zum Beispiel abweichende Tarife oder zusätzliche Zählerkataloge. Optional sind auch SAP-Lizenzen, Hardware oder Schulungen Bestandteil von RtW. In Planung ist derzeit ein viertes Modul: RtW-Business wird unter anderem durch Daten- und Dokumentenmanagement die IT-Unterstützung bei wichtigen Geschäftsprozessen erweitern.

Für das vorkonfigurierte RtW-Template hat RWE Systems das Rad nicht neu erfinden müssen. Es wurde nicht selber entwickelt, sondern nutzt vorhandene marktgängige Software. „Strategie des Hauses ist, dass wir nur selber entwickeln, wenn uns der Markt keine Lösungen zur Verfügung stellt“, erklärt Joachim Wilms, zuständiger Vertriebsleiter Utilities bei RWE Systems Applications. Außerdem habe man durch das Nutzen einer Fremdlösung enorm Zeit einsparen können.

Nach Aussagen von RWE Systems waren die Angebote „einer Hand voll“ IT-Dienstleister im engeren Auswahlverfahren begutachtet worden. Wesentliche Kriterien der Vorgespräche waren ein weitgehendes Customizing der Lösung und die Einbeziehung von Marktstandards. Von den auf die Shortlist gesetzten Anbietern ließ sich RWE Systems die jeweiligen Lösungen darstellen. Anhand von Testszenarien wurden die angebotenen Produkte geprüft. Neben dem Funktionsumfang und den technischen Lösungen ging auch die finanzielle Seite in das Auswahlverfahren ein.

Besonderen Wert legte RWE Systems auf die Standardisierung des Templates und auf die Praxisnähe der Lösung. In beiden Punkten konnte Orga mit Favorit3.1 überzeugen. Den IT- und EVU-Spezialisten aus Berlin und Karlsruhe kamen ihre langjährigen Branchenkenntnisse zugute, die in das aktuelle Template eingeflossen sind, denn die erste vorkonfigurierte Lösung für SAP R/3 und IS-U/CCS entwickelte Orga 1999 in enger Zusammenarbeit mit Energieversorgern unterschiedlicher Größe. Hierbei entstanden optimierte Abläufe für die wesentlichen Prozesse im EVU. Die notwendigen Workflows der Branche wurde in der Software abgebildet. Diese Basis passte Orga ständig an die Erfordernisse auf dem Energiemarkt an. Somit konnte das Unternehmen durch praxisnahe und funktionelle Umsetzungen überzeugen. „Die kennen sich mit EVU und Billing aus und machen es seit Jahren“, bringt es Joachim Wilms auf den Punkt. Noch ein Pluspunkt für Orga war die langjährige Arbeit mit dem Billing-System EAS, das RWE Systems Applications im Markt platziert hat.

Innerhalb kurzer Zeit nach der Entscheidung stand RtW für die ersten Kunden von RWE Systems bereit. Erste Einführungsprojekte laufen, schon im vierten Quartal 2002 soll bei einem Stadtwerk der Probebetrieb aufgenommen werden. Als Produktionsstart für das System ist Anfang 2003 vorgesehen. Ein realistischer Zeitplan, wie andere SAP-Projekte von Orga zeigen. Damit wäre ein wesentliches Ziel von RWE Systems auch erreicht: „Wir wollen unseren Partnern durch den Einsatz des neuen IT-Tools bis zu 40 Prozent des Einführungsaufwands ersparen“, sagt Joachim Wilms.

Erschienen in Ausgabe: 09/2002