In der Regel kommunizieren Netzbetreiber per Formular mit PV-Anlagenbetreibern und Installationsunternehmen. Bis alle Daten korrekt vorliegen, ist es mitunter ein langwieriges Hin und Her. Insbesondere dann, wenn nicht der sachkundige Installateur den Antrag ausfüllt, sondern ein Anlagenbetreiber, der die technischen Details seiner Anlage nicht genau kennt.

Anschließend muss der Netzbetreiber die Daten vom Papier ins IT-System übertragen – die nächste Fehlerquelle. Oft erreichen die Netzbetreiber aber auch Anschlussbegehren, obwohl sie gar nicht zuständig sind. Dies passiert, wenn PV-Anlagenbetreiber nicht wissen, wer ihr zuständiger Verteilnetzbetreiber ist.

»Solche Fehlallokationen treten sogar relativ häufig auf, insbesondere im ländlichen Raum, wo die Stromnetze andere Flächen abdecken, als Gemeindegrenzen dies vermuten lassen«, hat Felix Schwelle beobachtet. Der Consultant von Soptim kennt die Nöte der Verteilnetzbetreiber aus der täglichen Projektarbeit und Beratung. So kam er auf die Idee, die PV-Anlagenanmeldung zu digitalisieren, zu standardisieren und damit zu beschleunigen. Die Lösung stellt Soptim auf der E-world erstmalig als Prototyp vor.

Digitaler Standard

Das vom Aachener IT-Dienstleister betriebene Anmeldeportal können die Netzbetreiber unter eigener Marke nutzen. Gemeinsam mit seinem Installateur kann der Anlagenbetreiber dieses Portal dann mit Daten befüllen. Die digital erfassten Daten kann der Netzbetreiber nach Plausibilitätsprüfung direkt in die eigenen IT-Systeme importieren. Das funktioniert sowohl innerhalb der Soptim-Systemwelt,

als auch mit anderen EDM-Lösungen.

Portalnutzer schützen sich zudem automatisch vor Falschanmeldungen. Möglich wird dies, indem die Namen aller Straßen des jeweiligen Netzgebiets im System hinterlegt werden. Im ersten Schritt der Anmeldung muss jeder PV-Anlagenbetreiber seine Adresse eintippen. Wird diese als gültig erkannt, kann er die Anmeldung in einem vorkonfigurierten Prozess Schritt für Schritt durchführen. Ist seine Adresse nicht hinterlegt, erhält er den Hinweis, dass ein anderer Verteilnetzbetreiber für ihn zuständig ist.

Ein Netzbetreiber, der mit dem Anmeldeportal arbeitet, schließt konsequenterweise den formularbasierten Anmeldeweg. So ist ein einheitlicher digitaler Prozess gewährleistet. Bei der Inbetriebnahme des Portals empfiehlt es sich, die örtlichen Installateure explizit mit ins Boot zu holen. Sie kennen jeweils die technischen Daten der neuen PV-Anlagen und sorgen für eine fehlerfreie Anmeldung.

Entlastung garantiert

Die Verteilnetzbetreiber profitieren von einem standardisierten Prozess. Auf Basis fehlerfreier Daten können umstandslos Zähler gesetzt, Anlagen rasch in Betrieb genommen und alle administrativen Prozesse für Energiedatenmanagement und Abrechnung unmittelbar aufgesetzt werden.

Felix Schwelle sieht großes Entlastungspotenzial für Verteilnetzbetreiber – auch vor dem Hintergrund, dass PV-Anlagen in Kombination mit Stromspeichern und Ladestationen für Elektromobile immer beliebter werden. Außerdem kann das Anmeldeportal als App für den Local-Pioneer genutzt werden, die Energiemanagement- plattform von Soptim für Prosumer. Wer seine PV-Anlagen über das Anmeldeportal registrieren lässt, hat automatisch alle Daten beisammen, die er auch für das aktive Bewirtschaften seiner eigenen Stromerzeugung benötigt.

Felix Schwelle, Soptim

E-world Halle 1, Stand 430