Filialen im Effizienz-Blick

Schon seit 2010 setzt die Drogeriemarktkette Rossmann auf Transparenz für ihre Energieverbräuche. Als vor gut einem Jahr das Energieaudit verpflichtend wurde, entschloss sich auch Rossmann, dieses umzusetzen. Für die Unternehmensgruppe von vorneherein mehr als eine Pflicht.

07. Dezember 2016

Ende 2015 ist es für Unternehmen zur Pflicht geworden und sie müssen es alle vier Jahre wiederholen – zumindest, wenn sie bezüglich des Energieverbrauchs die Schwellenwerte für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) überschreiten oder in öffentlicher Hand sind.

 

Die Rede ist vom Energieaudit gemäß der Europäischen Norm DIN EN 16247-1. Der Gesetzgeber hat damit die Energieeffizienzrichtlinie der EU in nationales Recht umgesetzt und im Energiedienstleistungsgesetz verankert. Das Ziel: den Treibhausgas-Ausstoß in Deutschland um durchschnittlich 21 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren.

Als Chance sehen

Was manche Firmen zunächst als lästige Pflicht empfanden, begriffen andere sofort als Chance, den Energieverbrauch zu reduzieren, Klimaschutz zu betreiben und Kosten zu senken. Zu ihnen gehört die Nummer zwei der großen deutschen Drogerieketten, die Unternehmensgruppe Rossmann.

 

Sie hatte – lange vor der Auditpflicht – bereits im Jahr 2010 mit ersten Energietransparenzmaßnahmen begonnen. 2015 hat Rossmann dann den Oldenburger Energiedienstleiser EWE mit der Durchführung eines umfassenden Energieaudits beauftragt.

Über 2.000 Filialen

Die Aufgabe bestand darin, ein Energieaudit gemäß Energiedienstleistungsgesetz für deutschlandweit über 2.000 Rossmann-Filialen und weitere Unternehmensbereiche durchzuführen. In der Praxis hieß das, in 47 repräsentativ ausgewählten Filialen, drei Verteilzentren und einem Logistikzentrum die Energieströme systematisch zu inspizieren und zu analysieren.

 

Die Ergebnisse der ausgewählten Standorte hat EWE dann auf die Gesamtheit aller Filialen übertragen und in zwei Auditberichten zusammengefasst.

Optimierungspotenzial

„Das Audit war für uns sehr erkenntnisreich“, so Rossmanns technischer Leiter Thomas Müller. Auch habe sich die eigene Vorarbeit gelohnt, da EWE die bereits früher erfolgten Energietransparenzmaßnahmen für das Energieaudit sinnvoll nutzen konnte. „Dies war ein wesentlicher Grund, das Audit mit EWE durchzuführen“, so Müller.

 

Er sehe es weniger als Pflicht, sondern vor allem als ergänzendes Instrument, dass Unternehmen in die Lage versetze, direkt in energetische Optimierungen einzusteigen, um so die Umwelt zu schonen, den Verbrauch zu senken und auch um einer steten Energiekostensteigerung entgegenzuwirken. Rossmann signalisierte, die Ergebnisse aus dem Audit in das stete Bemühen um verbrauchssenkende Maßnahmen mit einzubeziehen.

Den nächsten Schritt tun

Letztlich ist das Energieaudit so etwas wie der kleine Bruder des weit umfangreicheren Energiemanagementsystems nach DIN ISO 50001.

Das heißt, wer nicht nur der Pflicht Genüge tun, sondern auch echten Nutzen aus dem ganzen Thema ziehen will, der sollte auch den nächsten Schritt tun, wenn das Audit energetische Schwachstellen im Unternehmen aufgedeckt hat. Der besteht darin, die energetische Optimierung anzugehen und konkrete Energieeffizienzmaßnahmen umzusetzen.

 

Dadurch wird die Ende letzten Jahres vom Gesetzgeber eingeführte Audit-Pflicht zur Kür, die Unternehmen einen sinkenden Energieverbrauch und damit letztlich Kosteneinsparungen bescheren kann.

 

Herbert Warnecke (EWE Vertrieb)