Finnland ist auf dem Vormarsch

Service - Perspektivisch sind Managed Services, die in Zukunft auch über den reinen operativen Betrieb der AMI-Infrastruktur hinausgehen könnten, ein effizienter Weg zum Smart Grid. Landis+Gyr hat sich auf den Weg gemacht.

13. Mai 2019
Young deer (male) in green glade. Summer landscape. Finnish Lapland

Durch das Outsourcing von Dienstleistungen wie Zählerauslesung, Montage und Wartung können Energieversorger und Messstellenbetreiber bei definierten Kosten ein konstant hohes Servicelevel sicherstellen, ohne permanent eigene Kapazitäten vorhalten zu müssen, heißt es in der Mitteilung des Energiemanagement-Experten Landis+Gyr.

Jeder Betreiber einer AMI-Infrastruktur könne auf diese Weise schnell auf veränderte regulatorische oder wettbewerbliche Rahmenbedingungen reagieren und jederzeit auf dem aktuellen Stand der technologischen Entwicklung agieren.

Wo es schon läuft

Wo es schon läuft

In den USA sind Managed Services bereits seit vielen Jahren weit verbreitet. In Europa gehört die nordische Region zu den wichtigsten Treibern dieses Geschäftsmodells, bei dem der komplette operative Betrieb des Smart Metering an spezialisierte Anbieter ausgelagert und die eigenen finanziellen und personellen Ressourcen auf das Kerngeschäft konzentriert werden können. Speziell in Finnland sei die Nachfrage nach professionellen Dienstleistungen rund um den Smart Meter groß, heißt es weiter.

Mit Blick auf diesen Wachstumsmarkt hat der Technologie- und Serviceanbieter Landis+Gyr zum 1. April 2019 nach eigenen Angaben den zwischenzeitlich von einem Partner erbrachten Servicebetrieb für die Auslesung von 750.000 Messpunkten in Finnland zurück übernommen.

Parallel konnte Landis+Gyr seine Kundenbasis und die personellen Ressourcen vor Ort weiter vergrößern. Nach der Zusammenführung der Teams im Rahmen der Übergabe betreut das Unternehmen allein in Finnland insgesamt rund 1,5 Millionen Messstellen und über 200 Metering-as-a-Service-Kunden, darunter Caruna Oy, Helen Ltd. und Järvi-Suomen Energia.

Metering-as-a- Service ist Bestandteil unseres Managed-Service-Portfolios.

— Juha Torstensson, Landis+Gyr Finnland

Massgeschneiderte Lösungen

Die Bandbreite von Managed Services ist groß und lässt sich auf die vorhandenen Kapazitäten und Kompetenzen des Auftraggebers zuschneiden. Software-Lösungen wie die Serviceplatt- form von Landis+Gyr ermöglichen eine Vielzahl an Funktionalitäten, darunter die Auslesung auf Abruf, An- und Abschaltungen sowie Statusabfragen im Zähler durch die Kundensysteme. Bei den aktuell in Finnland übernommenen Aktivitäten handelt es sich um die stündliche Auslesung von Verbrauchs- und Qualitätsdaten aus Haushalts- und Industriezählern (Strom, Gas und Wärme) für rund 30 EVU-Kunden auf Basis individueller und unveränderter Service Level Agreements. Außerdem umfasst der Service das Management der Geräteinfrastruktur und der Datenübertragung. »Metering-as-a-Service ist ein wesentlicher Teil unseres Managed-Service-Portfolios«, führt Head of Service Operations EMEA, Juha Torstensson, aus. »Die aktuelle Reintegration der operativen Aufgaben ist ein logischer Schritt, nachdem wir uns bereits 2018 in Finnland als Servicepartner positionieren konnten.«

Schon im vergangenen Jahr habe Landis+Gyr den größten Managed-Services-Vertrag in der gesamten Region abschließen können. Gegenstand sei der Betrieb einer umfangreichen ›Metering-as-a-Service-Lösung‹ für den größten nationalen Verteilnetzbetreiber Caruna Oy. Die Vereinbarung umfasst unter anderem die Sammlung, Verwaltung und Einspeisung der stündlich abgelesenen Verbrauchsdaten von 660.000 Haushaltszählern. Insgesamt verarbeitet Landis+Gyr in Finnland täglich mehr als 35 Millionen Messwerte, hinzu kommen jährlich rund 100.000 Stromab- und -einschaltungen im Auftrag finnischer Kunden und die Erfassung und Weiterleitung von Schlusszählerständen, etwa bei Wohnungswechseln, so das Unternehmen.

Länderübergreifender Trend

Mit seinen AMI-Aktivitäten in den nordischen Ländern und einer starken Positionierung im Bereich der Smart-Grid-Services in Nordamerika hat Landis+Gyr mittlerweile weltweit über 15 Millionen Messstellen im Service – ein Trend, der sich in anderen Ländern fortsetzen dürfte, so Torstenssons Erwartung: »EVU und Netzbetreiber, die auf Managed Services setzen, werden ihren Kunden ihrerseits bessere Angebote machen können und damit ihre Wettbewerbsposition verbessern.«

Kati Pesola, Landis+Gyr Finnland

Fakt

Zurück im Wachstumsmarkt

Landis+Gyr hatte 2014 die Auslesedienste an Ericsson ausgelagert. Im Zuge der Wachstumsstrategie im Servicesegment werden diese Aufgaben – inkl. der operativen Auslesedienste und den damit verbundenen Aussendienstarbeiten – nun rückübertragen.

Damit ist sichergestellt, dass alle Managed-Service-Kunden in Finnland auch künftig professionelle Dienstleistungen beziehen können. Quelle: Landis+Gyr

Erschienen in Ausgabe: 03/2019
Seite: 64 bis 65