First Solar schließt Werk in Brandenburg

Wie am 17. April bekannt wurde, schließt das Photovoltaik-Unternehmen First Solar zum Ende des Jahres die Produktionsstätte in Frankfurt (Oder). Als Grund gab das Unternehmen an, dass der europäische Solarmarkt zum jetzigen Zeitpunkt ohne Förderung größtenteils nicht unternehmensfähig sei.

18. April 2012

Dabei hatte das Solarregion-Mitglied die Produktionskapazität am Standort erst im vergangenen Jahr verdoppelt und beschäftigt am Standort derzeit 1.200 Mitarbeiter. Laut First Solar Geschäftsführer Christopher Burghardt wolle sich das Unternehmen komplett aus Deutschland zurückziehen.

Vertreter des Netzwerkes Solarregion Berlin-Brandenburg e.V. zeigten sich enttäuscht über die Unternehmensentscheidung. »Diese Entwicklung ist leider Folge der wirtschaftspolitischen Fehler der Bundesregierung. Wenn so überhastet entscheidende Rahmenbedingungen für die Solarwirtschaft geändert werden, brauchen wir uns über derartige Reaktionen nicht wundern«, konstatiert Klaus Kröpelin, Vorstandsvorsitzender der Solarregion Berlin-Brandenburg. Thoralf Schapke, Geschäftsführer der Photovoltaiknetzwerkes, ergänzt: »Das ist natürlich ein herber Verlust für unser Netzwerk und für ganz Brandenburg. Zwar hätten wir uns gewünscht, dass die amerikanischen First Solar Eigentümer mehr Verantwortung für ihre Mitarbeiter und die Region übernehmen, jedoch bleibt es Tatsache, dass viele Unternehmen um ihr Überleben kämpfen. First Solar sieht die Chancen leider im Ausland.«

Gleichzeitig erneuerten die Vertreter der Solarregion ihre Forderungen an die Bundes- und Landesregierung, wonach jetzt besonders deren Unterstützung gefragt ist. »Wir sind jetzt alle gemeinsam in der Pflicht, die Branche in ruhiges Fahrwasser zurückzuführen. Insbesondere muss für die Entwicklung von Applikationen und Systemlösungen in der Solarwirtschaft kurzfristig mehr Unterstützung bereitgestellt werden. Die Branche muss das Entwicklungstempo stark erhöhen. Für weltmarktfähige Photovoltaik-Produktinnovationen brauchen die Unternehmen mehr Kraft als nur für den Überlebenskampf. Ansonsten ist in Deutschland die Photovoltaik-Industrie verschwunden, bevor sie sich erneuern kann«, sagt Kröpelin.