Fracking unter Auflagen weiterentwickeln

»Die Energiewende findet in Deutschland derzeit ohne Erdgas statt, obwohl sich damit Umwelt- und Klimaschutzziele deutlich besser unterstützen ließen, als mit anderen fossilen Energieträgern«, so Rainer Seele, Vorstandsvorsitzender der Wintershall AG am 12. März vor der Presse.

12. März 2013

Auch kritisierte Seele die aktuelle »Verteufelung des Fracking.« Statt generellen Verboten und radikaler Tabuisierung forderte er einen Ansatz, in dem »unter strengen Auflagen Frackingtechnologien weiterentwickelt werden können.« Das rohstoffarme Europa könne auf diese Option ebenso wenig verzichten, wie USA, China oder andere Regionen, »die sich dem Thema wesentlich unvoreingenommener nähern.«

Für Wintershall ist Fracking in Europa jedoch kein vordringliches Thema. Das Unternehmen bewegte sich bei Öl und Gas deutlich näher zu den Quellen in Libyen, Russland oder in der Nordsee. Seele: »Denn in den veränderten Marktstrukturen sind auch die Margen diesen Weg gegangen.« Dass diese Rechnung aufgeht zeigen die aktuellen Unternehmenszahlen für das Geschäftsjahr 2012. Wintershall hat eigenen Angaben zufolge im Jahr 2012 neue Rekordwerte erreicht. Das Unternehmen steigerte das Ergebnis nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter um fast 13 % auf 1,2 Mrd. € (2011: 1,1 Mrd. €) und überschritt damit zum zweiten Mal in Folge die Milliarden-Euro-Grenze. Der Umsatz der BASF-Tochter stieg um 39 % auf 16,7 Mrd. € (2011: 12,1 Mrd. €). Auch bei der Produktion erzielte Wintershall mit 144 Mio. Barrel Öläquivalent (boe) (2011: 113 Mio. Barrel) einen neuen Höchstwert in der über 100-jährigen Unternehmensgeschichte. Zu dem guten Ergebnis trugen auch die Erdgashandelsaktivitäten bei. Hier konnten 2012 Absatz und Ergebnis des Vorjahres übertroffen werden, so Wintershall.

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