Fraunhofer FHR entwickelt Steuerung für Warnleuchten an Windenergieanlagen

Am Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR) entwickeln Forscher im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) eine Steuerung der Kollisionswarnlichter an Windenergieanlagen (WEA).

11. Juli 2012

WEA sind ab einer bestimmten Höhe mit Kollisionswarnlichtern ausgerüstet. So können sie von niedrig fliegenden Flugzeugen erkannt und ein Zusammenstoß verhindert werden. »Zukünftig soll die Warnbefeuerung nur bei Annäherung eines Flugzeugs, also bei Bedarf, eingeschaltet werden, denn Anwohner empfinden die blinkenden roten Lichter am Nachthimmel als störend. Zudem locken sie Vögel an, die oft durch Kollision mit den WEA-Rotoren tödlich verletzt werden«, erklärt Heiner Kuschel, Wissenschaftler am Fraunhofer FHR.

Für die bedarfsgerechte Schaltung müssen Flugbewegungen in der Nähe der WEA erfasst und analysiert werden. Im Projekt Parasol (Passiv Radar basierte Schaltung der Objektkennzeichnung für die Luftfahrt) erfolgt die Detektion sich annähernder Flugzeuge durch Passiv-Radar-Sensoren. Diese geben keine eigene Radarstrahlung ab, sondern nutzen bereits vorhandene Rundfunksignale um Flugzeuge zu orten. »Dieses Verfahren zeichnet sich aus durch Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit, geringe Kosten und die Tatsache, dass keine Sendegenehmigung wie bei anderen, aktiven Verfahren erforderlich ist«, erklärt Kuschel weiter.