Fuel cell als Geschäftsmodell?

Das Erdgasunternehmen Wingas und die Stadtwerke Aachen (Stawag) haben im Rahmen eines Modellprojektes eine Brennstoffzelle im Heizungskeller des Instituts für Industrieaerodynamik (IFI) in Aachen in Betrieb genommen. Der Feldversuch will untersuchen, ob sich Brennstoffzellen im Gewerbebereich als Contractingprodukt eignen.

23. November 2016

Die Laufzeit des Modellprojekts in Aachen beträgt zwei Jahre. „Unsere bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Technologie zuverlässig und äußerst effizient arbeitet. Mit dem aktuellen Feldversuch wollen wir nun Erfahrungen im Gewerbebereich sammeln und ausloten, ob sich in diesem Bereich künftig ein Contractingprodukt lohnt – sowohl für die Stawag als auch für Gewerbekunden“, so Peter Asmuth, Vorstand der Stawag. 

Im Dauerbetrieb

Die im IFI in Betrieb genommene Brennstoffzelle Bluegen von Solidpower liefert insgesamt 1,5 kW elektrische und 0,62 kW thermische Leistung. Die Wärme wird in das Heizungs- und Warmwassersystem eingespeist und deckt den gesamten Warmwasserbedarf des Instituts.

Sie wurde ergänzend zu einer bereits bestehenden Heizungsanlage integriert und läuft im Dauerbetrieb. Mit der überschüssigen Wärme wird zusätzlich die Heizung unterstützt.

Der erzeugte Strom wird vollständig eigenverbraucht und deckt die elektrische Grundlast der IT-Abteilung der Fachhochschule ab. Die Brennstoffzelle wird nach Ende  des Feldversuchs vom IFI-Institut weiter betrieben.

„Gerade mit dem hohen elektrischen Wirkungsgrad von rund 60 Prozent wird die Brennstoffzelle künftig in der häuslichen wie auch in der gewerblichen Energieversorgung eine zentrale Rolle spielen“, so Asmuth. Zum einen lasse sich mit der innovativen Technik die Auflagen der Energieeinsparverordnung im Neubau gut erfüllen, zum anderen ist die Anlagentechnik oft interessant, wenn Altanlagen im Bestand getauscht werden müssen.

Förderprogramm

Stawag und Wingas haben bereits 2014 im Rahmen eines gemeinsamen Feldtestprojektes im Privatkundensegment zusammengearbeitet. Das Erdgasunternehmen unterstützt aktuell mit dem Förderprogramm ›Brennstoffzellen-Partnerbonus Plus‹ über die eigenen Stadtwerkekunden insgesamt bis zu zehn Investoren bei der Anschaffung einer Brennstoffzelle im Leistungsbereich bis 3 kW mit maximal 10.000 Euro je Gerät.

Das Bonusprogramm des Unternehmens ergänzt  das seit dem 1. August 2016 laufende KfW 433-Programm ›Energieeffizient Bauen und Sanieren‹, bei dem Brennstoffzellen mit einem Betrag von 5.700 Euro zuzüglich 450 Euro je 100 Watt elektrisch gefördert werden.

Auch im Industriebereich findet die Brennstoffzelle ihre Anwendung, wie das Beispiel Friatec zeigt. Hier ging die derzeit größte Brennstoffzelle Europas in Betrieb. Energiespektrum berichtete im Oktober darüber ().