Geforderte Leistung in 5 Minuten

Power to Heat

Wenn ein Überangebot an Strom vorherrscht, kann es zur Stabilisierung der Netze sogar notwendig werden, dass klimafreundliche Erzeugungsanlagen vom Netz genommen werden müssen. Um dies zu vermeiden, muss das temporäre Überangebot an Strom abgeführt und sinnvoll genutzt werden.

31. August 2015

Dazu leistet die Power-to-Heat-Anlage der Technische Werke Ludwigshafen (TWL) einen Beitrag. Wenn die Strommenge im Netz zu groß ist, geht sie in Betrieb. Die Anlage besteht laut Unternehmen aus zwei Prozesserhitzern mit einer Leistung von je 5MW, in denen strombetriebene Heizröhren Wasser erhitzen – ähnlich wie bei einem Durchlauferhitzer.

Die Prozesserhitzer können stufenlos geregelt werden. Die beiden Erhitzer sind strömungstechnisch parallel geschaltet und direkt in das Fernwärmenetz eingebunden. Sie können jeweils auch einzeln betrieben werden. Die Wassereintrittstemperatur beträgt etwa 70°C und wird am Austritt bei einem maximalen Volumenstrom von 260m3/h auf maximal 130°C erwärmt.

Die Energieversorgung der Anlage erfolgt auf der Mittelspannungsebene über ein Doppelsammelschienensystem an zwei Mittelspannungstransformatoren mit jeweils 6.000kVA. Besteht im Fernwärmenetz gerade kein Bedarf, etwa im Sommer, wird die produzierte Wärme im angeschlossenen Wärmespeicher zwischengespeichert. Dieser fasst 1.200m3 Fernwärmewasser, was einer Leistung von 40MW entspricht, die er bei Bedarf ans Netz abgeben kann.

Eine Besonderheit der Anlage ist ihre kurze Reaktionszeit: In weniger als fünf Minuten ist die geforderte Leistung erreicht. Dadurch kann TWL erstmals sekundäre Regelleistung (SRL) anbieten. Zudem sind die elektrischen Erhitzeranlagen schnell regelbar, haben einen hohen Wirkungsgrad, laufen emissionsfrei und sind außerdem kostengünstig in der Wartung, so TWL.

Erschienen in Ausgabe: 07/2015