Eine zentrale Rolle bei der Realisierung von Smart Citys spielen unter anderem die neuen Sensornetzwerke wie das Lorawan. »Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Über Parksensoren etwa können Informationen für die Verkehrssteuerung generiert werden, die dazu beitragen, den Parkplatzsuchverkehr deutlich zu reduzieren. Sie können aber beispielsweise auch für die Überwachung von Rettungs- und Fluchtwegen eingesetzt werden«, erklärt Daniel Paulmaier, Co-Geschäftsführer bei KIK-S und bei Wilken zuständig für die strategische Produktentwicklung.

Versorger als digitale Dienstleister

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Um Szenarien wie diese testen zu können, wurde das Smart City Lab ins Leben gerufen. Nach Aussage der Kooperationspartner ist die Idee dahinter, die technologischen Ansätze sinnvoll in die Stadtwerke-Prozesse zu integrieren. So können Versorger künftig auch als digitaler Infrastruktur-Dienstleister ihre Kommunen bei Umsetzung entsprechender Projekte unterstützen. Die Wilken Software Group brachte in diesem Zusammenhang als Gesellschafter der KIK-S ihr IT-Know-how ein. Gemeinsam mit weiteren starken Partnern und in enger Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Lindau, Schifferstadt und Waiblingen werden nun praxisgerechte Lösungen entwickelt, die insbesondere für kleinere und mittlere Stadtwerke handhabbar sind, heißt es.

Dabei steht die Prozessintegration im Fokus. »Es ist nicht damit getan, einfach einen Lora-Sensor und ein dazugehöriges Gateway zu installieren. Denn der Rollout und Betrieb einer solchen Infrastruktur muss in die bestehenden Prozesse des Gerätemanagements und der Instandhaltung eines Stadtwerks integriert werden, um die Betriebskosten möglichst gering zu halten«, erläutert Daniel Paulmaier die Vorgehensweise der Partner. Außerdem müsse man die Rohdaten der Sensoren für die weiterführenden Systeme zunächst noch aufbereiten, da die Sensoren lediglich einen einfachen Binär-Code liefern würden. Ein solches Zielsystem könne etwa die mit Partnern entwickelte Predictive-Maintenance-Lösung für Betreiber von Wasser-Verteilnetzen sein.

Digitaler Zwilling im Einsatz

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Über diese Lösungen könne der Echtzeitstatus des Wassernetzes gezeigt und drohende Leckagen zuverlässig vorhergesagt und lokalisiert werden. Von der Messtechnik über den digitalen Zwilling des Verteilnetzes bis zum Monitoring kann so eine nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser sichergestellt werden, so das Ergebnis der Betrachtung.

Sensornetzwerke bieten aber auch ganz andere Chancen, mithilfe der Digitalisierung neue Geschäftsmodelle aufzubauen. Ein Beispiel ist hier die Heiz- und Nebenkostenabrechnung. Über die neuen Sensornetze mit End-to-End-Verschlüsselung zur sicheren Datenübermittlung, lassen sich nun durchgängige Lösungen von der Messtechnik bis hin zur Abrechnung abbilden, mit denen man beispielsweise für die kommunalen Wohnungsunternehmen attraktive Pakete schnüren kann.

Kannibalismus ist ausgeschlossen

»All diese Ansätze haben den Charme, dass sie in erster Linie regional orientiert sind. Das bedeutet, Stadtwerke machen sich gegenseitig keine Konkurrenz, wenn sie erfolgreiche Modelle kopieren«, führt Daniel Paulmaier aus. Und deswegen wird dieser kooperative Ansatz jetzt auch weiter ausgebaut. Im Rahmen eines von der KIK-S moderierten und von Wilken unterstützten Innovationsnetzwerks sollen Pilotprojekte entwickelt werden, von denen bei Erfolg alle beteiligten Mitglieder profitieren können. Uwe Pagel für Wilken