Get AG: Netznutzung in Höchstspannung wird 2016 teurer

Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) haben ihre vorläufigen Preisblätter für die Netznutzung veröffentlicht: Die Kostensteigerung in der Höchstspannung fällt teilweise deutlich aus.

05. Oktober 2015

Stromverbraucher müssen sich möglicherweise im kommenden Jahr auf steigende Kosten für die Netznutzung einstellen. Für einen Beispielkunden* erhöht sich der Preis im Höchstspannungsnetz von 50Hertz Transmission um 28,86 %. Während bei TransnetBW die Preise um 11,85 % und bei Amprion um 11,32 % klettern, beläuft sich die Kostensteigerung bei Tennet TSO um nur 6,2 %. Das ergeben erste Analysen der Get AG zu den vorläufig von den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) für 2016 veröffentlichten Preisblättern.

Auch in den übrigen Netzen der Höchstspannungsebene wird es teurer. Energievertriebe erwarten nun mit Spannung inwieweit sich der Trend zur Kostensteigerung in der Höchstspannungsebene auch in den Verteilnetzen niederschlägt. Spätestens zum 15. Oktober muss in den nachgelagerten Netzen dazu Klarheit herrschen.

Auch wenn grundsätzlich der Vorbehalt nachträglicher Korrekturen bis zum Jahresende gilt, können Verteilnetzbetreiber unter Berücksichtigung der regulatorischen Rahmenbedingungen die Preisindikation aus den vorgelagerten Netzen jetzt anteilig in ihre Kalkulation einbeziehen. Eine veränderte Kostensituation ist vielerorts auch für die Mittel- und Niederspannung zu erwarten.

*Es gilt die Annahme einer Anlage mit Verbrauch von einer Terawattstunde (TWh) und 7.000 Betriebsstunden (Bh) pro Jahr. In den Kosten (gemäß Jahresleistungspreissystem) sind die Entgelte (ohne Spannungswandlung) für Messung, Messstellenbetrieb und jährliche Abrechnung (ohne Betriebsverbrauch auf anderen Spannungsebenen) enthalten. Die Vereinbarung individueller Netzentgelte sei ausgeschlossen.