ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Gewusst wie – Industriewärme für Öko-Kühlkette

Prozesswärme macht laut Umweltbundesamt mit rund 455 TWh mehr als 60 Prozent des industriellen Endenergieverbrauchs aus. Energie, die zu einem großen Teil verloren geht und dennoch bezahlt werden muss. In Köln gehen Projektpartner jetzt einen neuen Weg.

15. Oktober 2018
(Bild: Himself100/Fotolia.de)

Insbesondere die Metallverarbeitung, die chemische Industrie oder die Zementindustrie haben laut UBA großes Potenzial für das Einsparen von Wärme. Und auch die Umwelt würde profitieren, denn zwischen 50 und 60 Millionen Tonnen CO2 seien jährlich vermeidbar, heißt es.

Eco Port 813

Die Möglichkeiten, wie Unternehmen Abwärme nutzen können, sind vielfältig. In Beispiel ist das Projekt Eco Port 813 in Köln. E.on, die Hafenkooperation Delta Port und der Aluminiumhersteller Trimet planen, Abwärme aus der Produktion von Aluminium zu einer ressourcenschonenden Energiequelle umzuwandeln, um so Logistikimmobilien am Rheinhafen Voerde-Emmelsum zu versorgen.

»Die günstige und CO2-neutrale Energie in Form von Wärme oder Kälte soll Anreize für die Ansiedlung weiterer Unternehmen schaffen«, so die Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung. Darüber hinaus wollen die Partner die Logistikkette für Lebensmittel klimafreundlich gestalten. Üblicherweise werden temperaturgeführte Container, die per Seeschiff im Seehafen anlanden, in Kühlzentren entladen und werden dann auf der Straße per Kühlkoffer-Lkw in das Hinterland gebracht.

Energie für die Kühlkette

Eco Port 813 will diese Lieferkette ökologisch optimieren, heißt es. Zukünftig sollen Kühlcontainer mit Binnenschiffen oder per Bahn in das Hinterland transportiert werden. Die Entladung der Container wird in einem temperaturgeführten Distributionscenter im Hafen Emmelsum ermöglicht, um erst von dort aus die Verteilung per Lkw zu starten. Der Lkw wird somit nur noch auf der letzten Meile eingesetzt.

Wärmerückgewinnung

E.on wird nach Unternehmensangaben das Herzstück des Projekts beisteuern: Eine Energiezentrale mit Wärmerückgewinnung. Hier wird die überschüssige Wärme aus der Trimet-Aluminiumherstellung wiederverwertet. Sie kann, umgewandelt in Kälte, Kühllogistik-Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, aber auch in Form von Wärme für produzierendes Gewerbe.

Die Unternehmen erhalten Kälte oder Wärme zu einzigartig günstigen Energiekosten, ohne das Klima mit CO2 zu belasten. Die Anlage gewinnt bis zu 136 Gigawattstunden (GWh) nutzbare Wärme im Jahr.

Mehr als 27.000 Tonnen CO2 lassen sich den Angaben zufolge dabei einsparen. Die Ziffer im Projektnamen Eco Port 813 steht für den Rheinkilometer, an dem sich der Standort befindet.