Gleichberechtigung gefordert

Erdgasexpansionsanlagen wie KWK-Anlagen behandeln

Kritik üben die Hersteller und Betreiber von Erdgasentspannungsanlagen, denn diese Technik sei - trotz ihrer umweltschonenden Energieerzeugung - nicht gebührend von der Gesetzgebung berücksichtigt worden.

18. April 2001

Wie Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sollten Erdgasexpansionsanlagen behandelt werden, fordern die Hersteller und Betreiber von Erdgasexpansionsanlagen in Deutschland. Die Begründung: Erdgasexpansion sei zwar keine Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) im klassischen Sinne, jedoch wäre sie technisch sehr ähnlich und darüber hinaus wegen der hohen Wirkungsgrade auch noch umweltfreundlicher. Zugeführte Wärme wird in Erdgasexpansionsanlagen mit Hilfe des Erdgasdruckes zu fast 100 % in mechanische und elektrische Energie umgewandelt.

Die stark gesunkenen Strompreise haben in Deutschland dazu geführt, dass der Markt für neue Erdgasexpansionsanlagen zur Zeit nicht mehr existiert und in Betrieb befindliche Anlagen teilweise schon abgeschaltet wurden oder ihre Abschaltung erwogen wird, wie die Spillingwerk GmbH, Hamburg, feststellt. Für die Hersteller dieser Anlagen bedeute dies, dass technische Weiterentwicklungen nicht möglich sind. Vertreter des Spillingwerks sehen die Gefahr, dass Erdgasexpansionsanlagen, die im Bereich der Energieerzeugung das höchste CO2-Einsparpotenzial bieten, ganz in der Versenkung verschwinden. Abhilfe könnten hier die vom Gesetzgeber vorgesehenen Fördermaßnahmen für KWK-Anlagen bieten. Das im Mai in Kraft getretene KWK-Vorschaltgesetz könnte in seiner jetzigen Form mit Wohlwollen bereits für Erdgasexpansionsanlagen ausgelegt werden; spätestens jedoch mit In-Kraft-Treten des sogenannten KWK-Ausbaugesetzes sollten Erdgasexpansionsanlagen als KWK-Anlagen im Sinne des Gesetzes definiert werden. Die vorgesehene Mindestvergütung von 9 Pf./kWh könnte den Weiterbetrieb der in Deutschland existierenden rund 40 Anlagen mit insgesamt 50 MWel sichern helfen und den Markt für neue Anlagen wieder öffnen. Dass mit der Definition der Erdgasexpansionsanlagen als KWK-Anlagen gemäß Mineralölsteuergesetz das für die Vorwärmung genutzte Erdgas steuerbefreit wäre, sei ein weiterer wichtiger Punkt.

Aus Kreisen der Energiepolitik wurde bereits signalisiert, eine entsprechende Auslegung des KWK-Vorschaltgesetzes oder die Einbeziehung der Erdgasexpansionsanlagen in die KWK- Gesetzgebung würde positiv gesehen. Es bleibt die Hoffnung der Beteiligten auf schnelle und unkonventionelle Maßnahmen zum Erhalt und weiteren Ausbau dieser Energienutzungsart.

Erschienen in Ausgabe: 10/2000