Green IT im Testlabor

Management

Effizienz - Den Energieverbrauch ganzheitlich betrachten und so Einsparpotenziale finden – das versucht das ›DataCenter 2020‹.

05. Oktober 2009

Der 70 m2 große Raum ist in neutralen Grautönen gehalten. Drei große Schränke beherbergen die rund 180 Server, zwei bilden einen abgeschlossenen Gang. Über der Treppe hängt eine Art Galgen, befestigt an einem Schrank mit Leuchten in Ampelfarben. Das Lesegerät für RFID. Überall im Raum: hellgraue Kästen Sensoren.

Dieses Rechenzentrum wirkt auf den ersten Blick erst einmal klein. Aber es ist auch kein normales Rechenzentrum (RZ), es ist ein Testlabor. Das ›DataCenter 2020‹ ist ein gemeinsames Projekt von T-Systems und Intel. Rund zehn Mitarbeiter beider Unternehmen analysieren die Wechselwirkung verschiedener Elemente im RZ ganzheitlich aus Energie-Sicht – dazu gehören neben den Servern etwa Umluftkühler, Raumvolumen und Deckenhöhen oder Wasserkreisläufe.

Raumtemperatur, Luftfeuchte, Volumenströme lassen sich einzeln einstellen. Highlights sind die regulierbare Deckenhöhe und ein Rauchgenerator, der Luftströmungen sichtbar macht. »Dieses Projekt ist das erste und einzige weltweit, das sich dem Thema Energieeffizienz im Rechenzentrum umfassend widmet«, sagt Olaf Heyden, Geschäftsführer von T-Systems. »Da der Energieverbrauch der Rechenzentren weltweit steigt, leistet eine Analyse einen wichtigen Beitrag, den CO2-Ausstoß zu minimieren und Kosten zu senken.« Geplant ist, die Ergebnisse im Internet zu veröffentlichen.

Die Erkenntnisse sollen auch den eigenen RZ zugute kommen. Hier ist das Ziel, einen möglichst optimalen Energieeffizienzfaktor, auch PUE-Wert genannt, von 1,3 in neuen RZ zu erreichen. Dieser Wert setzt die insgesamt im Rechenzentrum eingesetzte Energie ins Verhältnis zum reinen Rechnerbetrieb. Alleine T-Systems investiert für das Projekt einen größeren einstelligen Millionenbetrag.

Erschienen in Ausgabe: 10/2009