Größere Reichweite

Schwerpunkt Recruiting

Portal - Personaler nutzen das Internet, um dem Mangel an Fachkräften Herr zu werden. ›e plant hier eine Kooperation mit dem Karriereportal JobScout24.

24. März 2009

Der erhöhte Personalbedarf an Fachkräften hat seinen Weg ins World Wide Web gefunden. Zunehmend suchen Personaler zukünftige Mitarbeiter über das Onlinemedium. Durch eine geplante Kooperation mit dem Karriereportal JobScout24 macht sich der technische Fachverlag Henrich Publikationen diese Personalsuche zunutze. Die Leser von ›e energiespektrum erhalten durch diese Zusammenarbeit Zugriff auf aktuelle Stellenanzeigen aus der Energiebranche – sowohl im Internet als auch im Print. »In dieser Kooperation wollen wir eine Stellenbörse für die Energiewirtschaft aufbauen«, sagt Ralf Schönfeld, Geschäftsführer des Fachverlages.

Zunehmend wichtiger wird die Vernetzung zwischen Print und Internet, wie der CEO von JobScout24, Johannes Hack, betont: »Der offensichtliche Vorteil ist die größere Reichweite über den Onlinekanal zu verhältnismäßig günstigen Preisen. Die Möglichkeiten, die sich Personalverantwortlichen hier bieten, um Employer Branding zu betreiben, sind vielfältig und können flexibel eingesetzt werden«. In Kombination mit der spezifischen Zielgruppenansprache von Fachtiteln lässt sich die Erfolgsquote bei der Suche maximieren, da zusätzliche potenzielle Bewerber ohne Umwege in ihrem natürlichen Arbeitsumfeld erreicht werden, so Hack. Das Karriereportal führt monatlich rund 23.000 Stellenangebote. Etwa 5% der derzeit ausgeschriebenen Stellen befinden sich im Segment Energiewirtschaft.

Pessimismus zu verfrüht

Laut der Berliner Personalberatung personal total lag die Anzahl offener Stellenpositionen für Ingenieure im dritten Quartal des Jahres 2008 um 172% über der des Vorjahres. Dieser enorme Bedarf hat seinen Niederschlag auch auf das Stellenportal.

»Gerade im Ingenieurbereich bekommen wir von unseren Kunden verstärkt die Rückmeldung, dass offene Stellen schwer zu besetzen sind – wie übrigens auch im IT-Sektor«, so Hack im Gespräch mit ›e. Besonders gesucht seien Ingenieure in den Ballungsräumen München, Hamburg und Stuttgart.

Dass die Finanzkrise größere Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt nehmen wird, schwächt der Stellenmarktexperte ab. Seiner Ansicht nach können die Erfahrungen des Jobportals die apokalyptischen Voraussagen vieler Wirtschaftsweisen nicht bestätigen.

»Im Dezember 2008 haben wir entgegen aller Erwartung in unserem monatlichen JobScout24-Arbeitmarkt-Ticker sogar einen signifikanten Anstieg der ausgeschriebenen Stellen in ganz Deutschland festgestellt. Zwar ist diese Zahl im Januar 2009 leicht rückläufig, was dennoch keinen Grund für verfrühten Pessimismus gibt.«

Eine aktuelle Umfrage unter 2.255 Portalnutzern zeige laut Hack zwar, dass 54% der Befragten zurzeit Schwierigkeiten haben, eine neue Stelle zu finden. Immerhin 17% der Nutzer sind sich jedoch einig, dass die Qualifikation eines Arbeitnehmers über seine Jobchancen entscheidet, sodass »gute Leute« immer gebraucht werden. »Das heißt natürlich, dass auch in Zukunft das Thema Fachkräftemangel nicht vom Tisch sein wird«, resümiert Hack.

Die Stellenangebote des Portals sind von den Berufsfeldern sehr breit angelegt. Das Spektrum reicht von Automobilbau und -zulieferer (4,35%) über IT, Internet, Software (10,47%) bis hin zur Zeitarbeit (6,31%). Wie kann hier der spezielle Fachbereich der Energiebranche angesprochen werden? Abhilfe für eine gezielte Suche schaffe die ausgefeilte Filterfunktion des Portals, so Hack gegenüber ›e. »Für die gezielte Ansprache arbeiten wir in einzelnen Branchen mit Medienpartnern und Verbänden zusammen. Gemeinsam bringen beide Faktoren das beste Ergebnis für die Personalsuche.« Der Ansatz des Karriereportals geht laut dem CEO von einem ganzheitlichen Recruiting-Ansatz insbesondere in Wachstumsbranchen, wie dem Energiesektor, aus.

Hack ist zuversichtlich, dass das Konzept Erfolg hat. Mit Bezug auf eine Studie des Marktforschers für IT und Telekommunikation Bitkom, verweist er auf die 94% der befragten Unternehmen, die ihre Mitarbeiter über das Internet suchen. »Angesichts unserer steigenden Internetdurchdringung ist das nicht verwunderlich.« Aber auch Print-Stellenmärkte hätten nach wie vor ihre Daseinsberechtigung. Gerade Fachtitel, die eine spezielle Zielgruppe ansprechen, würden noch eine hohe Bewerberqualität durch geringe Streuverluste garantieren. (ds)

Weiterbildung

Neue Kurse

Die Ausbildungsangebote in der Energiewirtschaft nehmen zu. Anfang März 2008 und Ende Januar 2009 starteten die Kurse zum ›Energiewirtschaftsmanager‹ in Karlsruhe, Essen und Frankfurt, die von der Essener Unternehmensberatung Conenergy angeboten werden. Erst im September und Oktober vergangenen Jahres hatten insgesamt 43 Teilnehmer das Hochschulzertifikat an der Hochschule Karlsruhe erlangt. Geprüft wurden sie von Professoren sowie von Dozenten der GGEW Lampertheim und der EnBW.

Erschienen in Ausgabe: 03/2009