Großspeicher aus E-Autobatterien geht in Betrieb

Auf dem Gelände des jüngst stillgelegten Kohlekraftwerks im westfälischen Elverlingsen ist jetzt ein Akkubatterie-Kraftwerk in Betrieb. Die Anlage besteht aus E-Autobatterien mit einer Kapazität von insgesamt 9,8 MWh.

26. Juni 2018

Insgesamt 1.920 Batteriemodule werden zu einem Ersatzteillager für E-Smarts gebündelt. Die bevorrateten Batteriemodule reichen dabei für mindestens 600 Fahrzeuge, heißt es.

 

„Mit einer installierten Leistung von 8,96 MW und einer Energiekapazität von 9,8 MWh steht der Batteriespeicher dem Energiemarkt unter anderem zur Erbringung von Primärregelleistung zur Verfügung“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Daimler, Getec und The mobility house.

 

Den Angaben zufolge bringen Daimler und die Partner bereits den dritten Großspeicher aus automobilen Batteriesystemen ans Netz. Alle drei Projekte wurden den Angaben zufolge ohne öffentliche Fördergelder realisiert.

 

Mehrwert am Anfang eines Batterielebens

 

„Die Bevorratung der Lithium-Ionen-Batteriemodule auf dem Kraftwerksgelände in Elverlingsen wirkt wie ein Jungbrunnen für die elektroautomobilen Batteriesysteme“, so Daimler.

 

Um im Fall eines Tauschs einsatzfähig zu sein, verlangt eine Batterie während der Dauer der Bevorratung nämlich ein regelmäßiges Zyklisieren – das gezielte, schonende Be- und Entladen.

 

Andernfalls käme es zu einer Tiefenentladung, die zu einem Defekt der Batterie führen kann.

 

Gleichzeitig reagieren die Partner effizient auf die steigenden Anforderungen zum Ausgleich von Netzschwankungen und zeigen einen Businesscase auf.

 

Denn die Systeme erbringen vor ihrem potenziellen Einsatz in Daimler-Elektrofahrzeugen eine Systemdienstleistung auf dem deutschen Markt für Primärregelleistung.

 

„Zur Gewährleistung der Netzstabilität ist eine Reaktionszeit von maximal 30 Sekunden notwendig. Das Speichersystem in Elverlingsen reagiert erheblich schneller; innerhalb von Millisekunden“, so Daimler.

 

Die Anforderungen zur Frequenzregelung und damit dem Ausgleich von Netzschwankungen werden hier bei weitem übertroffen, heißt es.

 

Paradebeispiel der Energiewende

 

Das Batteriekraftwerk wurde auf dem Grundstück des 1912 errichteten und vor kurzem stillgelegten Kohlekraftwerks in Werdohl-Elverlingsen gebaut.

 

Anfang März wurde die Stilllegung zum 31.3.2018 bekanntgegeben. Hier die Nachricht zum Nachlesen unter www.energiespektrum.de/179588

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