Grüne Welle

Technik

Die Elektromobilität war jahrelang gut für Sonntagsreden. In der Praxis tat sich wenig. Jetzt scheint eine neue Phase zu beginnen. Das zeigt das Beispiel aus Hamburg.

24. Oktober 2017

Im Frühjahr schlossen der Senat der Hansestadt und Daimler eine weitreichende Partnerschaft für urbane Mobilität. Sie umfasst die Elektrifizierung sämtlicher Bereiche der urbanen Mobilität: Individual-, Transport- und öffentlicher Personennahverkehr, unter anderem die Elektrifizierung der Car2go-Flotte und Kooperationen für mobile Plattformlösungen. In den kommenden drei Jahren sollen diverse Kooperationsprojekte umgesetzt werden.

Umsteigen fördern

Ziel der Zusammenarbeit ist es, insbesondere den flächendeckenden Ausbau der Elektromobilität sowie digitaler Mobilitätsangebote voranzutreiben, heißt es in einer Mitteilung.

Hamburg wird den Angaben zufolge im Stadtgebiet schrittweise bis 2019 insgesamt 1.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge und 150 Ladepunkte exklusiv für Carsharing-Fahrzeuge zur Verfügung stellen und als erste Stadt in Deutschland in nennenswertem Umfang Parkplätze für Carsharing- und Elektrofahrzeuge anbieten.

Masterplan

Bereits 2009 wurde Hamburg zur Modellregion Elektromobilität erklärt, um dann 2014 seine Vorreiterrolle mit dem Masterplan Elektromobilität weiter voranzutreiben. Er steht für den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos. Er sieht vor, das Angebot der für jedermann nutzbaren Ladeplätze mehr als zu vervierfachen und im Hamburger Stadtgebiet die Anzahl der Ladepunkte auf 600 zu erhöhen.

Für die wachsende Anzahl an Elektroautobesitzern sollen neue Angebote an 227 zusätzlichen Standorten geschaffen werden. Mennekes-Lösungen für E-Mobility bilden heute in der Metropolregion Hamburg Deutschlands größtes systemunabhängiges Netzwerk für moderne Ladeinfrastruktur, so das Unternehmen in einer Mitteilung.

Seit 2016 wird die gesamte öffentliche Ladeinfrastruktur in städtischer Regie errichtet und betrieben, so sieht es der Masterplan der Hansestadt vor.

Stromnetz Hamburg verantwortet die Koordinierung, Beschaffung, Errichtung, den Betrieb und die Wartung der Ladeeinrichtungen. Mennekes hat nach eigenen Angaben eine spezielle Ladesäule für die E-Autofahrer in der Hansestadt Hamburg entwickelt. Die Säule Smart T verfügt über zwei Ladepunkte á 22 kW Leistung und ist vernetzungsfähig.

Das Abrechnen von geladenem Strom ist unter anderem damit möglich, so Mennekes. Vernetzt wird die Smart T über die von Stromnetz Hamburg entwickelte und betriebene, zentrale IT-Plattform und wird von dort gesteuert und koordiniert.

Anpacken

»Wenn wir mit den Herausforderungen der Zukunft zurechtkommen wollen, müssen wir den dringend erforderlichen Ausbau der Elektromobilität fördern und die Einführung alternativer Antriebsarten wie Brennstoffzellen unterstützen. Und wir wollen auch sicherstellen, dass die Nutzung ganz unterschiedlicher Verkehrsmittel gut funktioniert«, so Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz.

Daimler will den Angaben zufolge ab Mitte 2018 bis Ende 2019 die Smarts von Car2go in Hamburg elektrifizieren.

Zudem plant die Hansestadt, ab 2020 nur noch emissionsfreie Busse zu beschaffen. (hd)

Erschienen in Ausgabe: 09/2017