Grüner Rekord-Zubau für weniger Geld

Die weltweiten Investitionen in erneuerbare Energien sind 2016 um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken, auf 241,6 Milliarden US-Dollar. Durch sinkende Technologiekosten für Wind- und Sonnenstrom stehen sie jedoch für einen Rekord-Zubau. Das geht aus einem gemeinsamen Bericht verschiedener Institutionen hervor, an dem auch die Frankfurt School beteiligt ist.

10. April 2017

Laut dem Report wurde 2016 weltweit eine Rekord-Stromerzeugungskapazität an Wind, Solar, Biomasse und Waste-to-Energy, Geothermie, kleinen Wasserkraftwerken und Meerenergie von 138,5 Gigawatt finanziert. Das waren neun Prozent mehr als im Vorjahr (127,5 Gigawatt).

Der jährlich veröffentlichte Bericht Global Trends in Renewable Energy Investment wird vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen, der Frankfurt School-UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance und Bloomberg New Energy Finance herausgegeben.

Invests in Solar- und Windenergie fast identisch

Die Investitionen in Solarenergie fielen demnach auf 113,7 Milliarden US-Dollar, 34 Prozent unter dem Rekordhoch im Jahr 2015. Die Kapazitätserweiterungen durch Solarenergie stiegen jedoch auf 75 Gigawatt.

Die Invests in Windenergie sanken um neun Prozent auf 112,5 Milliarden US-Dollar. Die Windkapazitätserweiterungen fielen von 63 Gigawatt im Vorjahr auf 54 Gigawatt.

Doppelt so viel

Trotz des Rückgangs war das Investitionsvolumen in Erneuerbare etwa doppelt so hoch wie die Investitionen in Stromerzeugung aus Kohle und Gas.

„Bei den Energieinvestitionen werden Kohle und Gas langsam zum Nebenschauplatz. Die Musik spielt bei den Erneuerbaren. Wind und Sonne sind bereits jetzt in vielen Ländern konkurrenzfähig – es wird investiert, weil es sich lohnt und Subventionen immer weniger wichtig werden“, erklärt Ulf Moslener, Professor für Sustainable Energy Finance an der Frankfurt School und Mitherausgeber des Global Trends Reports.

Offshore-Boom rettet Europa-Markt

Jordanien war einer der wenigen neuen Märkte, in dem Investitionen um 148 Prozent auf 1,2 Milliarden US-Dollar stiegen. Europa stand im internationalen Vergleich im Jahr 2016 noch gut da. 

Während die Investitionen in Erneuerbare in China um ein Drittel einbrachen und in den Vereinigten Staaten um rund 10 Prozent, sind die Investitionen in Europa leicht um drei Prozent gestiegen.

Offshore-Wind ist der wichtigste Treiber dieser Entwicklung: die Investitionen stiegen um etwa 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und das trotz stark sinkender Kosten.

14 Prozent weniger in Deutschland

Der Offshore-Boom in Europa reichte jedoch nicht aus, um die sinkenden Investitionen in andere Erneuerbare auszugleichen. Obwohl in Deutschland allein rund fünf Milliarden US-Dollar vor allem in drei große Offshore-Windparks investiert wurden, sanken hierzulande die Investitionen um etwa 14 Prozent gegenüber dem Jahr 2015.

Grund für den Rückgang waren im Wesentlichen sinkende Investitionen in Onshore-Windkraft und ein andauernder Rückgang des ohnehin geringen Investitionsvolumens in kleine Photovoltaik (PV), also Solarsysteme von unter einem Megawatt.

Mit etwa zwei Milliarden US-Dollar machten die Investitionen bei Kleinanlagen nur noch ein Bruchteil der Spitzenjahre von rund 28 Milliarden US-Dollar um das Jahr 2010 aus.

Die aktuellen Daten zu Investitionen in erneuerbare Energien im „Global Trends in Renewable Energy Investment“ Report 2017 (GTR) stehen zum Download bereit unter www.fs-unep-centre.org.