Grundlagenforschung

Die Verbindung von Strom, Wärme und Verkehr ist essentiell für das Gelingen der Energiewende. Jetzt wurde ein Modellprojekt in Baden-Württemberg ausgezeichnet, das sich eingehend mit der Kopplung der Sektoren befasst hat. Eine Kleinstadt unweit vom Bodensee wurde zum Versuchslabor für die ganze Bundesrepublik.

06. Februar 2017

Das Projekt Flexibler Wärmestrom in Stockach am Bodensee nimmt die Zukunft vorweg: bis 2050 steigt der Anteil der Erneuerbaren bei der Stromversorgung auf mindestens 80% bundesweit.

 

Dann müssen die Netzbetreiber bewährte Verfahren haben, um Erzeugung und Verbrauch im Gleichgewicht zu halten.

 

Das erfordert die Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr.

 

Elektrowärme als Lastsenke

 

In dem prämierten Projekt von Netze BW und anderen in der Kommune mit rund 17.000 Einwohnern werden Wärmestromanlagen flexibel in Zeiten hoher erneuerbarer Erzeugung geladen und zugleich die Überlastung der Netze vermieden.

 

Die Projekt-Partner Stadtwerke Stockach, EnBW und Netze BW testen, wie Wärmestromanlagen geladen werden, wenn die Strompreise aufgrund eines hohen Angebots an Ökostrom niedrig sind.

 

Die Smart Grids-Plattform Baden-Württemberg zeichnete das Vorhaben mit einem Preis aus, der mit 4000 Euro dotiert ist.

 

Marktorientiert

 

„Grundlage ist ein Konzept zum marktorientierten Einsatz flexibler Lasten, das Netzüberlastungen und zukünftigen Netzausbau vermeidet“, heißt es in einer Projektbeschreibung.

 

In Stockach werden rund 70 Wärmestromkunden mit einer flexiblen Steuerung ausgestattet.

 

Kunden bekommen einen elektronischen Zähler, der mit einer Steuerbox gekoppelt wird. Dadurch werden flexible Freigabezeiten beim Kunden ermöglicht.