„Neunter Green Bond platziert: 500 Millionen Euro für energieeffiziente Projekte in Nordrhein-Westfalen“, so die NRW Bank Ende Februar in einer Mitteilung.

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Innerhalb kürzester Zeit habe das Institut den Angaben zufolge den neuen Green Bond bei Investoren platziert. Die Anleihe wurde deutlich überzeichnet. Michael Stölting, Mitglied des Vorstands der NRW Bank: „Das Orderbuch lag bei 2,8 Milliarden Euro, wobei die Emission auf 500 Millionen Euro limitiert war. Die Anleihe war damit also mehr als fünfmal überzeichnet.“

Mit der Anleihe refinanziert man umweltfreundliche Projekte in Nordrhein-Westfalen wie erneuerbare Energien oder Clean Transport.

Im Trend: die Nachfrage steigt

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Grüne Investitionen werden den Angaben zufolge immer beliebter. „Das merken wir sowohl bei der erneut erfolgreichen Platzierung des Green Bonds als auch an der steigenden Anzahl von Projekten, die daraus refinanziert werden“, sagt Michael Stölting. „Da viel mehr energieeffiziente Kredite vergeben werden im Vergleich zu 2013, als wir als erste deutsche Förderbank einen Green Bond aufgelegt haben, können wir auch schneller und häufiger neue grüne Anleihen emittieren und so die steigende Nachfrage bedienen.“

Refinanzierung kommunaler Projekte

Die Schwerpunkte der aktuellen grünen Geldanleihe sind kommunale Klimaprojekte wie die Flussrenaturierung der Emscher im Ruhrgebiet, erneuerbare Energien wie Windenergie und Solar Panels, Clean Transport sowie Energieeffizienz.

Bei der Projektauswahl orientiere sich die Bank an dem Umweltnutzen geordnet nach dem Kriterienkatalog des Center for International Climate Research in Oslo. „Dementsprechend fördern wir dunkel- und mittelgrüne Projekte wie zum Beispiel den Einsatz erneuerbare Energien und emissionsfreie Transportmittel, aber keine hellgrünen Projekte wie etwa Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen im Bereich der fossilen Energieträger“, sagt Bölting.

Wirksamkeit untersucht

Wie wirksam die Investments sind, zeige laut Bank die Analyse des Wuppertal Instituts. Die jüngste Analyse erschien für den Green Bond 2018 der NRW Bank. Demnach wurden über diese grüne Anleihe, die ebenfalls ein Volumen von 500 Millionen Euro hatte, verschiedene ökologische Projekte insbesondere aus dem Bereich Energie refinanziert und dadurch im Jahr 307.000 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart. Die Analyse der beiden Green Bonds, die 2019 emittiert wurden, erscheint im Juni 2020.

Investoren aus Deutschland und Anrainerländern

Die Investoren der jetzigen Anleihe kommen den Angaben zufolge mehrheitlich aus Deutschland, den Niederlanden und Frankreich, darunter über 45 Prozent mit Nachhaltigkeitsfokus. Konsortialführer waren Citi und Unicredit.

Institutionelle Investoren

Laut NRW Bank ist der Markt für Green Bonds vor allem von institutionellen Investoren geprägt; dazu gehören Asset Manager, Versicherungen sowie Vermögensverwaltungen, die für Privatleute und Unternehmen Anlageentscheidungen treffen. Auch aufgrund des Umweltnutzens tätigen Banken Green Bond-Investments zudem verstärkt für ihr Depot A, also ihr Eigengeschäft, heißt es.

Nische entwachsen

„Der Markt ist seiner Nische eindeutig entwachsen“, so Bölting. Nach seinen Worten haben sich das Marktvolumen und die Anzahl der Emittenten vervielfacht.

Demnach schätzt die EU den Investitionsaufwand auf jährlich rund 180 Milliarden Euro, um die ambitionierten Klima- und Energieziele zu erreichen. Allein 2019 flossen eine Milliarde Euro in Umwelt- und Klimaschutzprojekte in Nordrhein-Westfalen, die über den siebten und achten Green Bond der Bank in Düsseldorf refinanziert wurden.

Serie ‚Gut zu wissen‘

Gut zu wissen erscheint in loser Folge. Im Fokus stehen Trends rund um Energiewende und Nachhaltigkeit. Bislang erschienen: