Hacken für die Energiewende

Markt

Informationstechnik - Wie wird Energieeffizienz für Nicht-Techniker erlebbar? Dieser Frage widmeten sich junge IT-Experten bei einem Wettbewerb in Berlin.

03. April 2017

Energieeffizienz ist heute ausschlagend für die Wettbewerbsfähigkeit von Produkten und Dienstleistungen. Dabei müssen Unternehmen immer wieder neue Herausforderungen meistern. Um die entsprechenden Lösungen zu finden, initiierte die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) im März einen Ideentag in Berlin. Mehr als 160 Teilnehmer – vor allem Studenten, Start-ups und Nachwuchswissenschaftler – stellten sich den Herausforderungen in den Kategorien Smart Buildings, Handel und Industrie 4.0. Die Sponsoren des Energy Efficiency Hack hatten ein Preisgeld im Wert von über 10.000 Euro ausgelobt.

Von den insgesamt drei Challenges befasste sich die gemeinsam von Velioa und Ökotec Energiemanagement gestellte Aufgabe mit Industrieprozessen und den Möglichkeiten, deren Energieverbrauchsdaten für Industriemanager nutzbar zu machen. »Industrieprozesse gehören zu den am schwersten zu dekarbonisierenden Prozessen und die dortigen Energieeinsparungen hängen stark von der Wahrnehmung und dem Bewusstsein der Arbeitnehmer sowie deren Entscheidungen ab«, so die DENEFF. Im Zentrum stand die Frage, wie große Datenmengen Industrien helfen können, umwelteffizienter zu werden; ferner ging es um die Suche nach neuen Lösungen für die Sammlung, den Zugang und die Visulisierung solcher Daten. Außerdem wurde nach Mustern gesucht, um die Mitarbeiterbeteiligung zu erhöhen. Als Input stellten die Sponsoren reale Daten aus der Industrie sowie eine Echtzeit-Energiesteuerungssoftware zur Verfügung.

Das vierköpfige Team Complat setzte das Thema am besten um, befand eine Jury. Marius Danner, Emanuel Metzenthin, Florian Wirtz und Matthias Zech entwickelten eine Kommunikationsplattform, damit sich alle Mitarbeiter eines Unternehmens über Misserfolge und Erfolge bei der Energieeffizienz austauschen können.

Vorausschauend analysieren

»Die technische Innovation liegt in der voraussagenden Analyse von Ereignissen in Echtzeitdaten, um negative Langzeiteffekte zu verhindern«, heißt es. Das dahinterstehende Businessmodell setze auf Gamification, um die Arbeitnehmer zu Einsparungen zu motivieren.

Als Datenbasis dienten die Energiedaten von Maschinen. »Neben dem Energieverbrauch interessiert uns hier auch die Produktionsleistung der Maschinen, um die Werte in ein normalisiertes Verhältnis zu setzen«, so das Siegerteam in einer Mitteilung.

Geplant sei, Anomalien in den Daten zu erkennen und dann entsprechend zu handeln; etwa wenn Maschine A unnormal wenig produziert, aber überdurchschnittlich viel Energie verbraucht. Dann muss ein Mitarbeiter nachsehen, ob die Maschine in Ordnung ist.

»Ein weiterer Vorteil unseres Konzeptes ist außerdem die Integration von analogen Daten«, so das Siergerteam in einer Mitteilung. Maschinen, welche nicht über Sensoren und Übertragungssysteme verfügen, können manuell integriert werden. Die Studenten bauten auch eine Ampel in die Plattform ein, die die Nutzer auf Handlungsbedarf hinweist. Gelb bedeutet, dass kleinere Störungen in den einzelnen Subsystemen vorliegen. Rot heißt, dass viele kleine oder mehrere große Fehler vorliegen. (hd)

DENEFF auf der Hannover Messe: 26. April - Halle 27, Stand N30

Erschienen in Ausgabe: 03/2017