Hamburger Elektrizitätsnetzbetrieb untersagt Atomstrom den Netzzugang

Der Hamburger Elektrizitätsnetzbetrieb mk-grid nimmt den aktuellen atomaren Störfall in Fukushima als auch die in der Vergangenheit vorliegenden Störfälle zum Anlass und untersagt laut eigener Angabe bis auf Weiteres unter Berufung auf den Schutz der öffentlichen Sicherheit den Netzzugang für Strom aus Atomkraftwerken (AKW).

14. März 2011

Während man in Japan zum jetzigen Zeitpunkt zum Abwarten verdammt ist, sehe sich das Hamburger Netzbetriebsunternehmen zum Handeln gezwungen. Obwohl die japanischen AKW's zu den modernsten der Welt zählen, kann und konnte man laut eigener Angabe absolute Sicherheit zu keinem Zeitpunkt garantieren, wie auch die in der nahen Vergangenheit zurückliegenden Störfälle an deutschen AKW's beweisen. Auch wenn Atomkraft ein ›umweltfreundlicher‹ Energieträger sei, da dieser bei Produktion von elektrischer Energie keine Abgase oder CO2-Emissionen freisetze, bleibe die Auswirkung im Störfall nachhaltig tödlich. Der Auswirkungsradius, die generationsübergreifenden Folgen und das damit verbundene Risiko für die Bevölkerung könnten dabei nicht definiert werden.

Trotz der gesetzlichen Verpflichtung der Elektrizitätsnetzbetreiber, jedem Energieversorger einen diskriminierungsfreien Zugang zum Netz zu gewährleisten, kann sich nach Auffassung von Prof. Martin Richard Kristek, Geschäftsführer der mk-grid, dieser diskriminierungsfreie Zugang jedoch nur auf die wirtschaftliche Diskriminierungsfreiheit beschränken. Somit bleibe es einem verantwortungsbewussten Elektrizitätsnetzbetrieb unbenommen, im Sinne der öffentlichen Sicherheit den Netzzugang zu untersagen. Die Politik habe in jüngster Vergangenheit die Verlängerung der Restlaufzeiten von Atomkraftwerken bestätigt. Ungeachtet dessen, habe jeder Kunde, aber auch Versorgungsdienstleister die freie Wahl eine marktwirtschaftliche Lösung zu finden.