Hart am Wind

Der Weltmarkt für Windenergieanlagen bekommt einen neuen Großanbieter. Siemens und Gamesa haben verbindliche Vereinbarungen über den Zusammenschluss des Siemens-Windgeschäfts inklusive Service mit Gamesa unterzeichnet. Ziel ist, einen weltweit führenden Anbieter von Windkraftanlagen zu schaffen, wie es in einer Mitteilung heißt.

20. Juni 2016

Siemens wird neu ausgegebene Aktien an dem kombinierten Unternehmen erhalten und dann 59 Prozent der Anteile besitzen, während die bestehenden Aktionäre von Gamesa 41 Prozent halten werden, so die Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung.

 

Im Rahmen des Zusammenschlusses leistet Siemens eine Barzahlung in Höhe von 3,75 Euro pro Aktie, die unmittelbar nach Vollzug der Fusion an die Gamesa-Aktionäre (ohne Siemens) ausgeschüttet werden wird.

 

Rund 70 GW installierte Leistung

 

"Auf Pro-Forma-Basis (zwölf Monate bis März 2016) hatte das kombinierte Unternehmen, das von Siemens konsolidiert werden wird, eine installierte Leistung von 69 GW weltweit, einen Auftragsbestand von zirka 20 Milliarden Euro, einen Umsatz von 9,3 Milliarden Euro und ein angepasstes EBIT von 839 Millionen Euro", heißt es.

 

Das kombinierte Unternehmen wird seinen Sitz in Spanien haben und an der spanischen Börse notiert bleiben. Die Onshore-Zentrale wird in Spanien und die Offshore-Zentralen werden in Hamburg, Deutschland, und Vejle, Dänemark, sein.

 

Globale Arbeitsteilung

 

Das kombinierte Geschäft soll global in allen wichtigen Regionen aktiv sein und ein weltweites Fertigungsnetzwerk haben.

 

Siemens Wind Power hat nach eigenen Angaben eine gute Position in Nordamerika und Nordeuropa, während Gamesa gut in stark wachsenden Schwellenmärkten wie Indien und Lateinamerika sowie in Südeuropa positioniert ist.

 

Zudem wird diese Transaktion zu einem Produktportfolio führen, das alle Windklassen und die wichtigsten Marktsegmente adressiert und Kundenansprüchen besser entspricht.

 

Skaleneffekte 

 

"Der Zusammenschluss unseres Windgeschäfts mit Gamesa folgt einer klaren und überzeugenden Branchen-Logik in einem sehr attraktiven Wachstumsmarkt, in dem Skaleneffekte ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für mehr Kosteneffizienz bei erneuerbaren Energien sind“, so Siemens-Chef Joe Kaeser.

 

„Mit dieser Kombination können wir unseren Kunden noch mehr Möglichkeiten bieten und Wert für die Aktionäre des neuen Unternehmens schaffen. Das kombinierte Geschäft passt genau in die Vision 2020 von Siemens und unterstreicht unser Bekenntnis zu einer bezahlbaren, zuverlässigen und nachhaltigen Energieversorgung", so Kaeser.'

 

Siemens und Gamesa erwarten nach eigenen Angaben ein erhebliches Synergiepotenzial durch den Zusammenschluss.

 

In Summe werden jährliche EBIT-Synergien von 230 Millionen Euro im Jahr vier nach Closing erwartet, so Siemens.