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Heftige Turbulenzen im Markt für Onshore-Wind

Die Bundesnetzagentur hat die Zuschläge der Ausschreibungen für Windenergie an Land und für Solarenergie zum Gebotstermin 1. Oktober 2018 erteilt. Das Verfahren für Windenergie war deutlich unterzeichnet. Branchenexperten machen dafür mehrere Faktoren verantwortlich.

22. Oktober 2018
(Bild: berlin-pics/pixelio.de)

Zu der ausgeschriebenen Menge von 670 Megawatt Onshore-Windenergie wurden 62 Gebote mit einem Volumen von knapp 400 Megawatt eingereicht, so die BNetzA.

Windenergieanlagen an Land

 „Trotz einer theoretisch ausreichenden Zahl an Genehmigungen, war die Ausschreibungsrunde deutlich unterzeichnet“, heißt es in einer Mitteilung.

Insgesamt erhielten 57 Gebote mit einem Volumen von 363 Megawatt einen Zuschlag. Davon gingen 9 Zuschläge an Bürgerenergiegesellschaften.

Bundesländer

Regional betrachtet, wurden die meisten Zuschläge für Windenergieanlagen in Bayern (10 für 69 Megawatt), Brandenburg  (9 mit 63 Megawatt), Niedersachsen (6 für 42 Megawatt ) und Nordrhein-Westfalen (6 für 25 Megawatt) erteilt. 5 Gebote wurden ausgeschlossen.

14 Zuschläge mit 100  Megawatt Volumen gingen an Projekte südlich der Mainlinie (Bayern 10 für 69 Megawatt; Baden-Württemberg 4 für 31 Megawatt).

Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote reichten von 5,00 ct/kWh bis zu 6,30 ct/kWh, so die BNetzA. Der durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 6,26 ct/kWh.

Reaktionen

Die Gründe dafür, dass sich trotz günstiger Bedingungen lediglich 363 MW an der Ausschreibungsrunde beteiligten, sind nach Ansicht des Bundesverbandes Windenergie (BWE) vielfältig. 

„Festzustellen sind die drastische Verlängerung der Genehmigungsdauer aufgrund steigender genehmigungsrechtlicher Anforderungen, ein Mangel an rechtssicheren Regionalplänen und eine Zunahme von Klagen gegen erteilte Genehmigungen“, so der BWE.

Angesichts enger Umsetzungsfristen nach einem Zuschlag, blockieren juristische Auseinandersetzungen regelmäßig die Teilnahme an Ausschreibungen, heißt es.

Der BWE geht davon aus, dass davon aktuell zirka 400 Megawatt betroffen sind.

„Die Ergebnisse der Ausschreibungen lassen die Sorgenfalten innerhalb der Branche wachsen“, so BWE-Präsident Hermann Albers.

Nach Albers Worten ist die Hypothek der durch die Fehlsteuerung im Ausschreibungssystem bedingten Zuschläge an Projekte ohne Genehmigungen im Jahr 2017 bereits eine große Last. Sie wird zu einem massiven Einbruch des Zubaus in 2019 führen, so der BWE.

„Massive Herausforderung“

„Für das ausgeschriebene Volumen von 670 Megawatt Windenergie an Land wurden gerade einmal Gebote mit knapp 400 Megawatt eingereicht, so Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Nach seinen Worten zeige diese erhebliche Unterdeckung, dass es zu einer massiven Herausforderung geworden sei, neue Windenergieprojekte zu starten.

„Aktuell liegt der Umfang neu genehmigter Projekte bei Wind onshore mit monatlich etwa 120 MW auf einem historischen Tiefststand“, so Kapferer.

Nach seinen Worten zeichnet es sich ab, dass die Verfügbarkeit geeigneter Flächen für die Windenergienutzung in den kommenden Jahren zum drängendsten Problem wird.

„Die aktuellen Bundesratsinitiativen aus Nordrhein-Westfalen und Brandenburg machen deutlich: Der politische Rückhalt auf Länderebene wird für den weiteren Ausbau der Windenergie und das Erreichen der Erneuerbaren- und der Klimaschutzziele Deutschlands entscheidend sein“, so Kapferer.

Ausschreibung für Solaranlagen

Bei Solarausschreibungen besteht nach Angaben der BNetzA nach wie vor ein hoher Wettbewerb um eine EEG-Förderung.

Bei der Ausschreibung für Solaranlagen wurden 76 Gebote mit einem Umfang von 551 Megawatt abgegeben. Damit war die ausgeschriebene Menge von 182 Megawatt dreifach überzeichnet.

Die Bundesnetzagentur konnte 37 Zuschläge (192 Megawatt) erteilen, davon gingen mehr als die Hälfte an Bietern aus Bayern (14) und Brandenburg (7). 

Allerdings konnte aufgrund des jährlichen begrenzten bayrischen Flächenkontingents für Solaranlagen auf Ackerflächen in benachteiligten Gebieten nur vier entsprechende Gebote bezuschlagt werden, heißt es.

Laut BNetzA lagen die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschläge zwischen 3,86 ct/kWh und 5,15 ct/kWh (Vorrunde 3,89 bis 4,96 ct/kWh), der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert betrug 4,69 ct/kWh (Vorrunde 4,59 ct/kWh).