Heidelberg weiht Holzheizkraftwerk ein

Die Stadtwerke Heidelberg haben ein neues Holzheizkraftwerk eingeweiht. Es ist ein erster Baustein der Energiekonzeption 2020, mit der die Stadtwerke Heidelberg die Energiewende in der Region voranbringen wollen.

22. April 2014

Bis 2017 will der regionale Energieversorger eigenen Angaben zufolge die Eigenerzeugung an Strom auf 30 % bis 40 % erhöhen, den Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung ausbauen und den CO2-Ausstoß weiter senken. Rückgrat für den Ausbau der Eigenerzeugung sei das gut ausgebaute Fernwärmenetz. Durch die gleichzeitige Abnahme von Strom und Wärme sei die Wirtschaftlichkeit der Anlagen gesichert. In Planung und Realisierung sind außerdem vier bis sechs Biomethan-Blockheizkraftwerke. Bis Ende 2014 wird damit der Anteil der erneuerbaren Energien an der Fernwärme in Heidelberg 20 % betragen, teilen die Stadtwerke mit. Ein weiterer Baustein der Energiewende in Heidelberg ist ein Gasmotoren-Heizkraftwerk, das in Verbindung mit einem Wärmespeicher bis 2017 in Betrieb gehen soll. Die Energiekonzeption 2020 umfasst neben der Erzeugerseite auch Effizienz- und klimaschonende Energie-Angebote, die den Verbraucher aktiv in die Energiewende einbeziehen.

Das Holzheizkraftwerk ist eine der größten dezentralen Anlagen bundesweit auf Basis von Holz und Kraft-Wärme-Kopplung. Die Stadtwerke Heidelberg investierten eigenen Angaben zufolge rund 20 Mio. € in ihren Bau. Die Anlage hat eine Leistung von 3 MWel und 10,5 MWth. Damit erzeugt sie durchschnittlich 24.000 MWh Strom und 80.000 MWh Wärme. Der Anteil von Wärme aus regenerativen Energien an der Fernwärme in Heidelberg steigt damit um 14 %. Der CO2-Ausstoß sinkt dagegen um fast 30.000 t im Jahr. Rund 60.000 t Holz werden jährlich in der Anlage verfeuert; bis zu 2.000 t können davon in der Holzlagerhalle bevorratet werden.

Der Spatenstich für den Bau der Anlage fand im Dezember 2011 statt. Im Frühling 2012 wurde die Vorbereitung des Geländes fortgesetzt. Der Baubeginn startete im Frühsommer 2012. Schon Ende 2012 wurden die großen Komponenten wie die Feuerbox, der Kessel und das Ascheförderband eingebaut. Im April 2013 feierten die Stadtwerke Heidelberg das Richtfest, im Juli wurde das erste Feuer entzündet und im September 2013 die erste Stromeinspeisung realisiert. Seit Herbst lief die Anlage im Probebetrieb.