Heimspeicher-Verband für das Netz

Dezentrale Batteriespeicher in Haushalten werden über eine Blockchain-Lösung in das Stromnetz eingebunden und sollen so künftig zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen können. Ein entsprechendes Pilotprojekt haben der Übertragungsnetzbetreiber Tennet und das Unternehmen Sonnen vorgestellt. Die Blockchain-Lösung wurde von IBM entwickelt.

04. Mai 2017

Das von Tennet initiierte Pilotprojekt, an der sich Sonnen e-Services, Betreiber der Sonnen-Community, als erster Partner beteiligt, ist ein weiterer Entwicklungsschritt zu einer noch einfacheren und effizienteren Vernetzung von Batteriespeichern, Solaranlagen und Stromnetzen, wie die beiden Unternehmen mitteilen.

Engpässe im Stromnetz reduzieren

In dem Projekt nutzt Tennet einen Pool von Heimspeichern, den Sonnen dafür bereitstellt. Getestet werden soll, inwieweit sich damit bei Engpässen im Stromnetz Notmaßnahmen wie die Abregelung von Windparks reduzieren lassen. 

Dazu werden von Sonnen e-Services die Heimspeicher miteinander vernetzt. Das intelligente Lademanagement der Batteriespeicher passt sich individuell der jeweiligen Situation im Tennet-Netz an.

Die vernetzten Batteriespeicher können je nach Bedarf überschüssigen Strom sekundenschnell aufnehmen oder abgeben.

Blockchain-Basis

Die von IBM entwickelte Blockchain-Lösung basiert auf Hyperledger Fabric, einer Blockchain Framework Anwendung, und eines der Hyperledger Projekte, die von "The Linux Foundation" gehostet werden. Die Lösung sichert die Transparenz und Überprüfbarkeit von Transaktionen zwischen den Marktteilnehmern, heißt es in der Mitteilung.

Dadurch solle künftig die Beteiligung von Anbietern dezentral verteilter Flexibilitäten an Dienstleistungen für den Übertragungsnetzbetreiber deutlich vereinfacht werden. Die Blockchain ermögliche eine schlanke Abwicklung, die Tennets Anforderungen an Sicherheit und Genauigkeit der Daten und zusätzlich durch Zugriffsrechte die Anforderungen an Diskretion erfüllen.

Neue Möglichkeiten

Das Pilotprojekt zählt zu einer Reihe von Maßnahmen von Tennet, um mit Hilfe von verstärkter Nutzung von Daten und der Erschließung neuer Flexibilitätsmöglichkeiten das Stromnetz fit für die Herausforderungen der Energiewende zu machen.

„Die Energiewende bedeutet mehr erneuerbare Energien auf allen Netzebenen. Das stellt uns vor große Herausforderungen. Wir müssen es schaffen, die stark vom Wetter abhängige erneuerbare Stromproduktion flexibel zu steuern“, so Urban Keussen, Vorsitzender der Geschäftsführung von Tennet TSO.

„Die Blockchain bietet uns hier neue Möglichkeiten, auch dezentrale verteilte Anlagen sicher und intelligent überregional aus einer Hand zu vernetzen. Das hilft uns, den Einsatz von netzstabilisierenden Maßnahmen wie die teure Abregelung von Windanlagen zu begrenzen. Zukünftig müssen wir also weniger Windstrom wegwerfen, weil wir ihn nicht transportieren können.“

„Wir vernetzen bereits heute schon Tausende Nutzer und Erzeuger von erneuerbaren Energien in unserer Sonnen-Community“, so Philipp Schröder, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei Sonnen.

„Die Zukunft der Energieversorgung wird jedoch aus Millionen von kleinen, dezentralen Stromquellen, Prosumern und Verbrauchern bestehen. Die Blockchain-Technologie ist der Schlüssel dazu, den massenhaften und gleichzeitigen Austausch all dieser Akteure untereinander überhaupt erst möglich zu machen.“