Editorial

Herbst – na und?

08. April 2019
Herbst – na und?
(Bild: energiespektrum)

Während ich dies schreibe, ziehen draußen Herbstschauer vorbei, Windböen treiben die niedrigen Wolken in östlicher Richtung über den Himmel.

Viele mögen den Herbst ja nicht. Es sei denn, die Sonne scheint. Das kommt vor im Herbst, ist aber meist nur von kurzer Dauer. In der Regel ist Herbst gleich Nässe, Dunkelheit und Wind. Darum steht die Jahreszeit bei Windparkbetreibern stets hoch im Kurs. Kräftiger Wind ist eben gut fürs Geschäft. Darauf kann man sich im Herbst immer verlassen, Klimawandel hin oder her. Apropos Verlass. Ab 2021 erreichen immer mehr Windenergieanlagen das Ende der EEG-Förderung. Deren Betreiber müssen dann sehen, an wen sie im Herbst die hohe Stromproduktion verkaufen. Abwracken wollen die Betreiber ihre Anlagen nämlich mehrheitlich nicht, nur weil es nicht mehr automatisch Einspeisevergütung gibt.

Zurecht. Strom wird immer gebraucht und Windenergieanlagen sind solide gebaut. Warum also nicht noch fünf Jahre und mehr dranhängen? Ausgehend von dieser Frage haben wir in unserer Titelgeschichte ab Seite 12 alles Wichtige zusammengetragen zum Weiterbetrieb ohne EEG-Einspeisevergütung. Denn auf den Herbst ist immer Verlass.

Holger Dirks

Chefredakteur

h.dirks@verlag-henrich.de

Erschienen in Ausgabe: 09/2018